Ubuntus Poststelle

E-Mails verwalten mit Evolution

Mit Exchange verbinden

Evolution verbindet sich mit Exchange über das Outlook Web Access (OWA) Protokoll, einem Webmail-Dienst von Microsofts Exchange Server. OWA stellt dem User ein Web Interface zur Verfügung [2], das Evolution kurzerhand kapert, um an alle nötigen Exchange-Daten zu kommen.

Um ein Exchange-Konto einzurichten, fügen Sie über Bearbeiten | Einstellungen ein neues Konto hinzu und klicken rechts auf Hinzufügen.

Erneut erscheint Evolutions Kontoassistent. Hier tragen Sie zuerst Ihren Namen und die E-Mail-Adresse ein und geben im nächsten Schritt Microsoft Exchange als Server-Art an, gefolgt von Ihrem Benutzernamen und der OWA-URL. Dann klicken Sie auf Legitimation, um zu überprüfen, ob Evolution auf den Exchange-Server zugreifen kann.

Erscheint keine Fehlermeldung, stellt Evolution erfolgreich eine Verbindung her. Machen Sie weiter mit den Empfangsoptionen im nächsten Schritt des Assistenten. Hier legen Sie das Zeitintervall fest, in dem Evolution nach neuen E-Mails schaut. Auch den Global Catalog Servername tragen Sie hier ein: Dieser ist notwendig, damit Evolution Kontakte aus einem Adressbuch empfängt und Zugriff auf die Terminplanung von Exchange erhält. Falls Sie diese Daten nicht kennen, fragen Sie beim Administrator des Exchange-Servers nach. Falls Sie hier nichts angeben, greift Evolution auf die Daten zurück, die OWA bereitstellt.

Nun kommt die Account-Management-Sektion an die Reihe. Geben Sie den Namen ein, unter dem das Konto in Evolution erscheinen soll und klicken Sie Vor und Anwenden, um den Account anzulegen.

Das Mail-Programm beginnt nun, E-Mails, Kalender und Kontakte mit Exchange zu synchronisieren. Je nach Größe der Mail-Box kann dies einige Stunden dauern. Eine Statusmeldung zeigt den Fortschritt der Synchronisation unten in Evolutions Fenster an. Sind die Daten einmal synchronisiert, gleichen Mail-Client und Exchange-Server diese automatisch und schnell ab.

Spamfilter

Die Open-Source-Software SpamAssassin ist ein vom Apache-Projekt gepflegter Spamfilter. In Evolution unter Ubuntu 9.04 macht ein vorinstalliertes Plugin SpamAssassin zum Standard-Spamfilter-Modul. Das Tool gilt als mächtiger Spamfilter wegen seiner vordefinierten Regeln, dem heuristisch lernenden Bayes-Verfahren und der Integration in ein weltweites Netz von Spam-Identifikationsservern.

Standardmäßig installiert Ubuntu 9.04 SpamAssassin aber nicht, also spielen Sie die Software über den Paketmanager Synaptic ein (das Paket heißt spamassassin). Sie konfigurieren den Spam-Killer, indem Sie die Konfigurationsdatei /etc/default/spamassassin bearbeiten. Rufen Sie dazu einen Editor mit administrativen Rechten auf, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und gksu gedit eingeben und die besagte Datei öffnen. Ändern Sie den Wert ENABLED=0 in ENABLED=1, um den Spam-Killer auf die Jagd zu schicken (Abbildung 6), über den Eintrag CRON=1 schalten Sie die nächtlichen Updates ein. Speichern Sie die Datei und starten Sie die Software über das Terminal neu ([Alt]+[F2] und gnome-term eingeben]:

sudo /etc/init.d/spamassas↩
sin restart
Abbildung 6

Abbildung 6: Damit SpamAssassin seinen Dienst reibungslos aufnimmt, ändern Sie ein paar Einstellungen in der Konfigurationsdatei.

Um den Dienst abzuschalten, geben Sie sudo /etc/init.d/spamassassin stop ein. Standardmäßig startet SpamAssassin von nun an automatisch nach einem Neustart des Systems. Um dieses Verhalten zu ändern, müssen Sie in der Konfigurationsdatei wieder den Wert ENABLED=0 setzen.

SpamAssassin bringt ein breites Spektrum an Tuning- und Konfigurations-Parametern mit, die ganze Bücher füllen. Die müssen Sie jedoch nicht lesen, um seine Spamfilter-Fähigkeiten zu nutzen. Es genügt, ihn in Evolution einzubinden, um sich durch seine auf weltweiten Blacklists basierenden Echtzeit-Spamfiltern vor unerwünschter Post zu schützen.

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