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Reger Austausch

Gemischte Windows-Linux-Netzwerke

In Netzwerken mit Windows- und Linux-Rechnern gibt Samba den Rhythmus vor. Auf dem Programm stehen Datentausch und Druckerfreigaben.

In Mehrpersonenhaushalten stehen heute oft auch mehrere Computer. Meistens betreiben Vater, Mutter, Partner oder Mitbewohner einen eigenen Rechenknecht, und auf dem läuft nicht selten Windows. Um beim Austausch von Dateien nicht zu Fuß mit einem USB-Stick von Rechner zu Rechner zu eilen, gibt es Samba. Die Software verhindert auch, dass Sie Dokumente zum Ausdrucken auf den Rechner spielen müssen, an dem der Drucker hängt. Dank Samba schicken Sie den Druckauftrag bequem vom Sofa aus an den Drucker-Server.

Das Setting aus Abb. 1 zeigt, wie so ein Netzwerk üblicherweise aussieht. Meist geben die Rechner einfach einen Tauschordner (auch Share genannt) sowie einen Drucker im Netzwerk frei, auf den Sie – dank Samba – vom jeweils anderen System zugreifen. Sie selbst entscheiden, welche Nutzer auf den Ordner zugreifen dürfen und welche Rechte sie dabei haben. Auch den Zugriff auf Drucker schränken Sie über Passworte ein – im Privathaushalt macht das aber selten Sinn.

Samba brauchen Sie für die Kommunikation zwischen Windows- und Linux-Systemen. Das Drucken selbst übernimmt unter Linux CUPS, das Common Unix Printing System. Zu diesem und auch zum Drucken im Allgemeinen finden Sieim Heft eine Einführung. Um Samba und CUPS zu nutzen, installieren Sie im Vorfeld über den Paketmanager die Pakete samba-common, samba,foomatic-db-gutenprint, cupsys-common und cupsys-driver-gutenprint. Der vorliegende Artikel spielt verschiedene Anwendungsfälle durch, bei denen die Betriebssysteme Windows und Ubuntu sowohl als Server zum Einsatz kommen, die Drucker im Netzwerk anbieten, als auch als Clients, die auf einen Druckerserver im Netzwerk zugreifen. Die Installation des passenden Druckertreibers ist übrigens ein notwendiges Übel: Läuft Ihr Druckerserver unter Windows, können Sie nicht automatisch von einem Linux-Client aus drucken. Trotz Samba/CUPS-Konfiguration brauchen Sie auch unter Linux einen eigenen, passenden Druckertreiber.

Abbildung 1: So kann ein Netzwerk mit zwei Rechnern aussehen, die über Samba Dateien tauschen und sich einen Drucker teilen.

Samba ist nicht der einzige Weg, um Dateien zu tauschen: Daneben gibt es noch SSH und NFS (siehe die Kästen "SSH" und "NFS") – doch Samba gilt in gemischten Windows-Linux-Umgebungen als Standard. Als stabil bezeichnen die Samba-Entwickler noch immer die Version 3 der Software, die fertige Version 4 von Samba erscheint voraussichtlich im Jahr 2009.

SSH

SSH steht für Secure Shell. So nennt sich ein Programm, mit dem zwei Rechner in einem Netzwerk über das gleichnamige SSH-Protokoll sicher miteinander kommunizieren. Es funktioniert plattformübergreifend nach dem Client-Server-Prinzip.

NFS

Das Network File System ist ein Dateisystem, mit dem Sie über ein Netzwerk auf Ordner fremder Rechner zugreifen. Mit diesen arbeiten Sie dann wie mit einem lokalen Verzeichnis. Auch Ressourcen von Windows-Servern lassen sich per NFS einbinden.

Wichtig: Tanzstunden nehmen

Im Idealfall sehen sich zwei Rechner im Netz recht schnell, und der muntere Tauschreigen kann beginnen. In der Praxis lauern aber Fallstricke, daher müssen Sie im Tanzunterricht etwas Geduld zeigen. Da wären zunächst Firewalls: Windows XP hat eine an Bord. Sie abzuschalten, wäre ein Sicherheitsrisiko – daher passen Sie die Schutzmauer an die Bedürfnisse von Samba an.

Windows XP brachte im Text einen weiteren Stolperstein mit: Auf einem IBM-Thinkpad schwang sich eine externe WLAN-Software, die eigentlich nur den Rechner elegant mit dem Access-Point verbinden sollte, zum Netzwerk-Sheriff auf. Zwar ließen sich im Windows Explorer Ordner freigeben, die erschienen aber nie im Dateimanager des Linux-Rechners. Erst nach dem Abschalten der Netzwerksicherheit im Konfigurationsdialog der Software gab letztere den Weg für die Samba-Pakete frei – viele Köche verderben eben den Brei.

Ein zweites Problem: Dank langwieriger Verhandlungen der Samba-Rechner tauchen Tauschordner mitunter nicht sofort im Netzwerk auf – [F5] ist Ihr Freund. Mit dieser Taste aktualisieren Sie die Ansicht im Dateimanager Nautilus oder im Windows Explorer (Abbildung 2). Manchmal müssen Sie ein paar Minuten warten, bis der Rechner samt Freigabe erscheint. Hilft das auch nicht, probieren Sie den Weg aus dem Kasten "Trick 17 mit IP-Eingabe".

Abbildung 2

Abbildung 2: Mitunter müssen Sie mehrmals

Diese Punkte sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit die Tanzstunde nicht zum Debakel wird. In den folgenden Beispielen gehen wir davon aus, dass Ihre Rechner an einem zentralen Router hängen, der sie per DHCP mit IP-Adressen versorgt. Moderne Router und Switches weisen den Rechnern in einem Netzwerk meist über das Dynamic Host Configuration Protocol automatisch IP-Adressen zu. Andernfalls müssen Sie die IP-Adressen manuell an die einzelnen Rechner im Netzwerk vergeben.

Von Ubuntu auf Freigaben zugreifen

Um von Ubuntu aus auf eine Datei-Freigabe im Netzwerk zuzugreifen, rufen Sie den Dateimanager Nautilus auf. In die Adressleiste geben Sie smb:/ ein und drücken [Eingabe].

In privaten Netzwerken erscheinen die Freigaben gewöhnlich nach ein paar Sekunden. Richten Sie die Freigabe in einem größeren Netzwerk mit konkurrierenden Samba-Servern ein – etwa in einer Firma, – tauchen die Freigaben womöglich erst mehrere Minuten nach ihrer Einrichtung auf. Auch hier hilft die Abkürzung, die der Kasten "Trick 17 mit IP-Eingabe" vorführt.

Trick 17 mit IP-Eingabe

Um schnell zu prüfen, ob eine Samba-Freigabe überhaupt funktioniert, geben Sie die IP-Adresse des Rechners, auf dem der Samba-Server läuft, direkt in die Adressleiste Ihres Dateimanagers ein (Abbildung 3). In Nautilus tippen Sie dazu smb://IP-Adresse, im Internet-Explorer \\IP-Adresse. Auch den Namen des Samba-Users können Sie ergänzen, indem Sie etwa benutzername@IP-Adresse schreiben.

Abbildung 3

Abbildung 3: Trick 17: Taucht eine Freigabe nicht an der vorgesehenen Stelle auf, reichen Sie die IP-Adresse des Servers per Hand an den Dateimanager.

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