AA_nmedia.tif

© Nmedia, Fotolia

Bin ich schon drin?

Lokales Netzwerk aufbauen

Gehen Sie über einen Router mit DHCP ins Internet, stecken Sie ein Kabel an diesen und schon baut Ubuntu die Verbindung auf. Was aber tun Sie, wenn Sie mal eine feste IP-Adresse brauchen?

Um nach der Installation von Ubuntu 9.04 ins Netz zu kommen, müssen Sie lediglich ein Kabel in Ihren Router stecken – und der Network Manager bringt Sie automatisch ins Netz. Etwas komplizierter wird es, wenn Sie jedem Rechner eine feste IP-Adresse zuweisen wollen oder Probleme mit dem Netz haben. Dann ist es gut, zu wissen, wie ein Netzwerk unter Linux ungefähr funktioniert.

Öffentliche IP-Adressen

Vereinfacht gesprochen erhält jeder Rechner, der direkt über das Internet erreichbar ist, eine individuelle Adresse: die öffentliche IP-Adresse (im Gegensatz zur indirekt erreichbaren, privaten IP-Adresse – doch dazu später mehr). Die öffentliche IP-Adresse eines Servers, der eine Webseite anbietet, finden Sie schnell heraus. Öffnen Sie eine Konsole ([Alt-F2] drücken, gnome-term eingeben und [Eingabe] drücken) und tippen Sie ping www.linux-community.de. Das Ergebnis zeigt Abb. 1: Die angezeigte vierstellige Nummer ist die IP-Adresse (kurz: IP) des Rechners, der die LinuxCommunity-Webseite anbietet. Sie besteht aus vier 8-Bit-Blöcken (jeder Block kann Werte zwischen 0 und 255 annehmen) und es handelt sich genau genommen um eine IPv4-Adresse (siehe Kasten "IPv4 vs. IPv6").

Abbildung 1

Abbildung 1: Über den Ping-Befehl, der auf jedem Linux-System funktioniert, finden Sie die IP-Adresse eines Netzwerk-Rechners heraus.

IPv4 vs. IPv6

Da es weltweit "nur" vier Milliarden mögliche IPv4-Adressen gibt, sollen diese zukünftig durch IPv6-Adressen ersetzt werden. Die bestehen aus 8 Blöcken zu je 16 Bit und ermöglichen dadurch die Versorgung mit 2^128 Adressen. In der Praxis kommen aber nach wie vor meist IPv4-Adressen zum Einsatz.

Computer brauchen diese IP-Adressen, um erfolgreich miteinander zu kommunizieren. Für Menschen übersetzen so genannte DNS-Server (Domain Name Server) diese Adressen in vollständige Domainnamen wie etwa www.linux-community.de. Die behält das menschliche Gedächtnis besser, denn wer merkt sich schon die 80.237.227.142. Dabei funktionieren die DNS-Server wie Adressbücher: Sie wissen, welcher Provider welche IP-Adressen vergibt. Umgekehrt heißt das: Die Webseite www.linux-community.de erscheint nur im Browser, wenn Ihr Rechner einen DNS-Server kennt, der den Namen in die korrekte IP-Adresse umwandelt.

Apropos Provider: Wenn Sie mit Ihrem privaten Rechner ins Internet gehen, brauchen Sie auch eine öffentliche IP-Adresse. Allerdings gibt es Unterschiede: Rechner, die sich mit Hilfe eines Telefon- oder DSL-Modems ins Internet einwählen, erhalten meist eine öffentliche IP-Adresse. Sie sind direkt über das Internet zu erreichen. Hängt Ihr Rechner hingegen hinter einem Router mit integriertem DHCP-Server (siehe Kasten "DHCP") – und von diesem Standardfall gehen wir im folgenden aus – erhält der Router die öffentliche IP-Adresse. Die IPs weist der Provider dabei oft dynamisch zu – bei der nächsten Einwahl ändert sich die Adresse.

DHCP

Das Dynamic Host Configuration Protocol ist ein Protokoll, über das ein Client und ein Server miteinander reden. Dabei beantragt der Client eine IP-Adresse beim Server. Dieser übermittelt sie und integriert den Client automatisch in das Netzwerk.

An die angeschlossenen Rechner verteilt hingegen der Router per DHCP private IP-Adressen (Abbildung 2), die nur in lokalen Netzwerken gelten. Der dafür meist genutzte Adressbereich reicht von 192.168.0.1 bis 192.168.255.254. Die letzten beiden Blöcke dürfen dabei Werte zwischen 0 und 255 (vorletzter Block) bzw. 1 und 254 (letzter Block) annehmen. Der Router selbst fährt doppelgleisig und verfügt neben der öffentlichen auch über eine private IP-Adresse, die so genannte Gateway-Adresse. Damit ist er Teil des Internets und zugleich Teil des lokalen Netzwerks (LAN).

Abbildung 2

Abbildung 2: Der Router verfügt im Heimnetz meist über zwei IP-Adressen: Eine private und eine öffentliche Adresse.

Lokale Netzwerke

Ein lokales Netzwerk mit einem DHCP-fähigen Router einzurichten, ist einfach, denn er vergibt IP-Adressen automatisch. Es genügt unter Ubuntu 9.04 den Rechner per Netzwerkkabel an den Router zu stöpseln, damit er nach dem Booten automatisch eine funktionierende IP-Adressen erhält und Teil des LAN wird.

Während viele Router über die MAC-Adresse (siehe Kasten "MAC-Adressen") dafür sorgen, dass die Netzwerkkarte beim nächsten Mal genau dieselbe IP-Adresse erhält, vergeben einige Router – wie auch die Provider – jedes mal eine neue IP.

Um den Router zu konfigurieren, genügt es meist, seine Gateway-Adresse in die Adresszeile des Browsers einzugeben. So gelangen Sie zu einem mehr oder weniger übersichtlichen Konfigurationsdialog, das mit dem Router ausgelieferte Handbuch liefert weitere Details.

Tipp

Sie können eine DHCP-Adresse auch aktiv vom DHCP-Server fordern. Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie sudo dhclient ein (Abbildung 3). Der Server weist Ihnen nun eine neue IP-Adresse zu. Das hilft etwa, wenn der Network Manager nicht läuft oder den Dienst verweigert.

Abbildung 3

Abbildung 3: Per "dhclient"-Befehl fordern Sie manuell vom DHCP-Server eine private IP-Adresse an. Das funktioniert für kabelgebundene ebenso wie für drahtlose Verbindungen.

MAC-Adressen

Die Media-Access-Control-Adressen bestehen aus einer sechsstelligen Hardware-Adresse, über die sich Netzwerkkarten in einem Netzwerk eindeutig identifizieren.

Einem Freund empfehlen