AA_wlan.tif

Die perfekte Welle

Per WLAN ins Internet

Kabel sind out, WLAN ist in. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie unter Ubuntu 9.04 mit Bordmitteln eine drahtlose Verbindung aufbauen.

Wer heute ein Heimnetz baut, plant in der Regel keine Kabelschächte mehr ein, sondern verbindet die einzelnen Rechner per WLAN. Das drahtlose Netzwerk kommt von der Geschwindigkeit her schon fast an traditionelle Ethernet-Netze heran, und WLAN-Router mit integriertem DSL-Modem gibt es schon für 50 Euro.

Für das WLAN-Setup nutzen die meisten Distributionen inzwischen den Networkmanager, der neben WLAN-Verbindungen auch die Ethernet-Schnittstelle und UMTS-Verbindungen handhabt. Alternativ dazu gibt es verschiedene auf WLAN spezialisierte Tools.

Standardverbindung

Ubuntu 9.04 startet nach einer Standardinstallation und wenn der Kernel die WLAN-Karte unterstützt automatisch den Netzwerkmanager bzw. das entsprechende Miniprogramm für Gnome. Sie finden es in der Kontrollleiste als Computersymbol oder – während des Verbindens – in Form von zwei grauen Punkten, die sich im Erfolgsfall grün färben.

Abbildung 1

Abbildung 1: Beim Linksklick auf den Networkmanager zeigt dieser die in der Umgebung gefundenen WLAN-Netze namentlich an.

Klicken Sie mit der Maus auf das Networkmanager-Symbol, erscheint unter Gnome eine Liste der gefundenen WLAN-Netzwerke (Abbildung 1). Hier wählen Sie den gewünschten Eintrag aus und das Miniprogramm versucht, sich am zugehörigen Access Point anzumelden (siehe Kapitel "WLAN-Grundlagen"). Benutzt dieser eine Verschlüsselung, erscheint ein Dialog zur Passworteingabe (Abbildung 2), der bereits berücksichtigt, ob der Access Point eine WEP- oder WPA-Verschlüsselung nutzt. Hier geben Sie das Kennwort ein und klicken auf Verbinden. Nach wenigen Sekunden steht die WLAN-Verbindung, das Symbol ändert sich dann zu einem Balkendiagramm, das gleichzeitig die Signalstärke anzeigt. Im optimalen Fall dauert der ganze Vorgang somit nur ein paar Sekunden und ist über wenige Mausklicks erledigt.

Abbildung 2

Abbildung 2: Wenn jemand in seinem Router die sehr unsichere WEP-Verschlüsselung benutzt, erkennt der Networkmanager auch das und bietet eine entsprechende Oberfläche an.

WLAN-Grundlagen

Um sich an einem WLAN anzumelden, brauchen Sie einen so genannten Hot Spot oder Access Point. Hinter den beiden Begriffen verbirgt sich in der Regel ein kleines Gerät, das Sie zu Hause bestimmt auch besitzen, wenn Sie WLAN nutzen: der WLAN-Router. Er wickelt den Übergang vom drahtlosen zum Drahtnetz ab und legt dabei fest, welche Rechner seine Dienste in Anspruch nehmen dürfen, ob und welche Art der Verschlüsselung bei der WLAN-Nutzung zum Einsatz kommt und über welche Frequenz der Funkverkehr läuft. Diese Art des WLAN-Zugangs über einen Access Point heißt verwalteter (managed) Modus. So wie Sie zwei Rechner über ein Crossover-Kabel miteinander verbinden, lässt sich auch eine unmittelbare WLAN-Verbindung zwischen zwei Rechnern aufbauen. Diesen Modus nennt man Ad-hoc. Er kommt selten zum Einsatz und verursacht eventuell Probleme, wenn sich nicht in beiden Rechnern das gleiche WLAN-Gerät befindet.

Das Setup des Routers geschieht in der Regel über ein Webinterface im Browser, in dem Sie die Gateway-Adresse oder IP-Adresse des Routers angeben, wie im Artikel zum Thema DHCP in diesem Heft beschrieben. Hier legen Sie neben den erwähnten Parametern auch einen Namen für das eigene Funknetz fest, die so genannte ESSID. Normalerweise besteht ein WLAN-Netz aus einem Access Point und beliebig vielen Clients. Über mehrere Access Points, welche die gleiche ESSID benutzen, lässt sich aber auch ein größeres Funknetz betreiben.

Auf welcher Frequenz der Router sendet, legen Sie über den Kanal fest. Sie sollten die Frequenz aber nur ändern, wenn Sie in einer Umgebung mit sehr vielen Funknetzen arbeiten und es zu Problemen kommt. Linux wählt bei der Verbindung automatisch den vom Access Point angebotenen Kanal aus. Je nach Land sind allerdings nur bestimmte Frequenzen für den privaten Gebrauch erlaubt. Selbst wenn ein WLAN-Stick theoretisch eine davon abweichende Frequenz beherrscht, darf ihm der Access Point diese nicht zur Verbindung anbieten, falls die Frequenz in diesem Gebiet nicht erlaubt ist und umgekehrt. So können Sie sich zum Beispiel mit einem in Deutschland gekauften WLAN-Stick in Japan nicht unbedingt am WLAN anmelden. Aktuelle Linux-Versionen achten bereits bei der Installation eines WLAN-Sticks auf diese Beschränkungen, je nachdem, welches Land Sie bei den Regionaleinstellungen auswählen. Als Lösung für sehr frequentierte WLAN-Plätze bietet sich ein kombinierter Router an, der neben den üblichen Netzen 802.11b/g und 802.11n auch 802.11a unterstützt. A-Netze sind gleich schnell wie G-Netze, benutzen aber einen komplett anderen Frequenzbereich und sind deutlich seltener, so dass es hier nicht zu Problemen kommt. Kombirouter mit A-Support und passende Adapter kosten allerdings in der Regel etwas mehr.

Der drittwichtigste Parameter nach der Funknetz-ID (ESSID) und dem Kanal ist die Verschlüsselung. Ein unverschlüsseltes WLAN-Netz lässt sich von jedem Rechner im Umkreis von ca. 100 Metern (je nach Sendeleistung des Routers) für den Internetzugang nutzen. Die heute am weitesten verbreitete Verschlüsselungsmethode für den Heimgebrauch ist WPA. Sie basiert auf der einfachen WEP-Verschlüsselung, erstellt aber in regelmäßigen Abständen ein neues Schlüsselpaar, wodurch das Knacken eines Schlüssels anders als bei WEP sehr schwierig ist. Während WEP allgemein als sehr unsicher gilt und deshalb nicht mehr benutzt werden sollte, ist Ihr Funknetz mit WPA gegen Angriffe sehr gut geschützt. Den zugehörigen Schlüssel geben Sie entweder als Passwort oder Passphrase an (mein geheimes passwort) oder in der hexadezimalen Schreibweise 0d0093625ddc7f5e595fde. Bei Problemen mit der Verschlüsselung sollten Sie überprüfen, ob eventuell der Router nur die Hex-Schreibweise versteht und anstelle des Passwortes den Hex-Schlüssel notieren.

Einem Freund empfehlen