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Bunt und laut

Proprietäre Multimedia-Anwendungen nachrüsten

Bereits von Haus aus bringt Ubuntu einige ansehnliche Multimediaprogramme mit. Zum vollkommenen Glück fehlen aber noch ein paar kleine Helfer, wie Adobes Flashplayer, der PDF-Reader oder Skype. Ihr Fernbleiben hat Gründe.

Wer unter Ubuntu 9.04 im Internet surft, dürfte gelegentlich über ein paar kahle Stellen stolpern. Werbebanner, aber auch die beliebten YouTube-Videos, glänzen durch ihre Abwesenheit. Schuld an der Misere ist ein fehlender Flashplayer, denn Adobe rückt sein Browser-Plugin nur zu bestimmten Konditionen heraus. Das gilt auch für die anderen hier angesprochenen Anwendungen, die Linux-Anwender daher gern als proprietär bezeichnen.

Da Ubuntus kommerzieller Hauptsponsor Canonical für solche Programmpakete keine Haftung übernimmt, müssen Sie diese per Hand nachinstallieren. Das klappt zum Glück recht problemlos über den Paketmanager, auch wenn Sie für einige Programme spezielle Repositories anzapfen müssen, wie es der Artikel zum Paketmanagement in dieser Ausgabe erklärt.

Bewegte Bilder

Um den Flasplayer zu installieren, suchen Sie im Paketmanager Synaptic nach dem Paket flashplugin-nonfree. Klicken Sie auf sein kleines Kästchen mit der linken Maustaste und wählen aus dem erscheinenden Kontextmenü Zum Installieren vormerken. Über die Schaltfläche Anwenden in der Symbolleiste spielen Sie das Paket schließlich ein. Damit Firefox das Plugin korrekt erkennt und nutzt, müssen Sie ihn neu starten (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Mit Hilfe des installierten Flashplayer Plugins zeigt Firefox endlich auch YouTube-Videos an.

Gefährlicher Fabrikverkauf

Alle im Artikel vorgestellten Anwendungen finden Sie auch auf den Internetseiten der jeweiligen Hersteller. Wie bei Zattoo erhalten Sie dort in der Regel ein extra auf Ubuntu zugeschnittenes DEB-Archiv, das Sie herunterladen, doppelt anklicken und dann über Gdebi installieren. Dieser Weg hat den entscheidenden Nachteil, dass Sie die Programme an der Aktualisierungsverwaltung von Ubuntu vorbei schmuggeln und somit zukünftig selbst auf dem aktuellen Stand halten müssen. Die Installation der Java-Laufzeitumgebung erfolgt sogar reichlich umständlich und fehleranfällig über ein Terminalfenster. Wo es geht, sollten Sie also auf den Paketmanager zurückgreifen und externe Paketquellen einbinden, deren Macher die Software regelmäßig aktualisieren.

Heißer Kaffee

Einige Internetseiten enthalten komplette Anwendungen, die in der Programmiersprache Java geschrieben wurden. Hierzu zählen unter anderem Online-Ticket-Systeme, wie das des Theaters Dortmund.

Um solche Anwendungen zu nutzen, benötigen Sie eine so genannte Java-Laufzeitumgebung (Java Runtime Environment, kurz JRE). Ubuntu versteckt diese in seinen Paketquellen – sowohl das direkt vom Java-Erfinder stammende Sun Java 6.0 Plugin, als auch die freie Alternative Icedtea Java-Plugin. Da einige Internetseiten die Zusammenarbeit mit letzterem verweigern, sollten Sie sich für das Produkt von Sun entscheiden. Um es einzuspielen, bemühen Sie wieder Synaptic und installieren das Paket sun-java6-plugin.

Noch während der Installation erscheint ein Fenster mit den Lizenzbedingungen. Hier kreuzen Sie Sind Sie mit den DLJ-Lizenzbestimmungen einverstanden? an und klicken auf Vor. Nach einem Neustart von Firefox funktionieren sämtliche auf Java basierende Internetanwendungen.

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