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Fischer-Paradies

Bittorrent-Client Transmission

Wie ein reißender Strom rauschen die Daten durchs Internet. Mit einem Bittorrent-Client wie Transmission stürzen Sie sich in die Fluten und fischen ressourcenschonend neue Programme oder Distributionen heraus.

Viele Distributionen bieten ihre Medien und andere Dateien längst nicht mehr nur als HTTP- oder FTP-Download an. Bittorrent [1] ist das Stichwort, wenn es um ressourcenschonendes Herunterladen aus dem Internet geht. Anstatt einen oder mehrere Server zu belagern und vielleicht mit einem zu großen Ansturm in die Knie zu zwingen, helfen die Downloader dank des Bittorrent-Protokolls bei der Datenverteilung mit.

Es ist ein ständiges Geben und Nehmen: Teilstücke einer Datei, die ein Anwender bereits vollständig heruntergeladen hat, gibt er an andere Downloader weiter. Diese so genannte Peer-to-Peer-Technik entlastet die großen Server, da die Arbeit gleichmäßig auf die Nutzer verteilt wird. Bittorrent bezeichnet sowohl das Netzwerkprotokoll selbst als auch einen der Clients. Der Name setzt sich zusammen aus "Bit" (der kleinsten Dateneinheit) und dem englischen Wort "torrent", was so viel heißt wie "reißender Strom", "Sturzflut" oder "Sturzbach".

Um im Bittorrent-Datenstrom mitzuschwimmen, benötigen Sie einen Bittorrent-Client. Unter Linux stehen Ihnen zahlreiche grafische Programme und Konsolenanwendungen zur Verfügung. Dieser Workshop stellt das Programm Transmission [2] vor und zeigt, wie mitreißend der Download im Torrent-Netzwerk sein kann.

Alles fließt

Transmission ist ein freier, grafischer Bittorrent-Client, der recht intuitiv und leicht zu bedienen ist. Wer unter Linux Gefallen an dem Programm findet und auch mit Mac OS X, OpenBSD oder NetBSD arbeitet, findet auf der Homepage des Projekts auch Transmission-Versionen für diese Betriebssysteme. Ein Client für Windows-Systeme ist nach Angaben der Entwickler ebenfalls in Arbeit. Transmission fügt sich in sämtliche Desktopumgebungen nahtlos ein.

Um das Programm zu starten, drücken Sie [Alt]+[F2] und geben den Befehl transmission ein. Alternativ finden Sie den Bittorrent-Client auch im Menü Anwendungen | Internet.

Überschwemmungen verhindern

Bevor Sie sich in den reißenden Datenstrom stürzen, sollten Sie sich die Einstellungen anschauen. Sie öffnen den Einrichtungsdialog über Bearbeiten | Einstellungen. Auf dem ersten Reiter (Torrents) passen Sie das Verzeichnis für die Downloads (Zielordner) an, da sonst in der Voreinstellung alle Daten auf dem Desktophintergrund landen. Im oberen Bereich des Reiters bietet Transmission ein praktisches Feature an: Aktivieren Sie die Checkbox Torrents automatisch hinzufügen aus und wählen Sie im Drop-down-Menü ein Verzeichnis aus, nimmt der Client automatisch die Arbeit auf, wenn Sie eine Torrent-Datei aus dem Netz in diesem Ordner speichern.

Die Standardeinstellungen des Reiters Privatsphäre können Sie ebenso wie die Konfiguration unter Netzwerk übernehmen. Der Tab Desktop dürfte vor allem für Laptop-Benutzer interessant sein: Hier regeln Sie, ob der Client den Ruhezustand bei aktiven Torrents verhindern darf. Außerdem stellen Sie die Benachrichtigungsfunktionen für den Systemabschnitt der Kontrollleiste und den Arbeitsplatz ein.

Nicht vernachlässigen sollten Sie den Reiter Geschwindigkeit. Hier regeln Sie allgemeingültige Beschränkungen für den Download und den Upload. Je nachdem, wie schnell Ihre Internetverbindung ist, tragen Sie hier Werte ein, die dafür sorgen, dass Transmission nicht Ihre gesamte Bandbreite verschlingt. Egal, was Sie hier angeben – die Werte können Sie später für jeden Torrent noch individuell anpassen. Praktisch sind die Optionen im unteren Bereich des Reiters: Hier können Sie eine andere Bandbreiten-Aufteilung für bestimmte Tageszeiten festlegen und so laufenden Datenübertragungen nachts die volle Übertragungsgeschwindigkeit zur Verfügung stellen (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Auf Knopfdruck bringen Sie den Datenfluss nachts so richtig zum Rauschen. Die Bandbreite können Sie außerdem je nach Tageszeit individuell einstellen.

Auf dem Reiter Web ist in der Voreinstellung die Weboberfläche aktiviert. Ein Klick auf Weboberfläche öffnen bestätigt dies und zeigt die aktiven Übertragungen im Browser an (Abbildung 2). Die Einstellungen zu diesem Feature und zum Tracker-Proxy auf dem letzten Tab (Tracker) können Sie im Normalfall so belassen, wie sie sind.

Abbildung 2

Abbildung 2: Über den integrierten Webservice können Sie die Torrents auch im Browser mitverfolgen.

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