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Der Postbote

E-Mails verwalten mit Evolution

Die Evolution ist auch bei den E-Mails angekommen. Das gleichnamige Programm verwaltet neben der Elektropost auch Ihre Kontakte, Kalender, Aufgaben und Notizen.

Der E-Mail-Client Evolution verschafft dem Anwender Zugriff auf seine E-Mails, Kontakte, Kalender, Aufgaben und Notizen – alles unter einer Haube und leicht zu konfigurieren. Den amtlichen Briefträger von Ubuntu richten Sie sehr einfach ein; fortgeschrittene Anwender erweitert ihn zudem und passen ihn den eigenen Bedürfnissen an. Evolution lebt nach der Maxime: Simplizismus, aber ohne Funktionalität aufzugeben (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Evolution kommt mit einer einfachen Oberfläche daher, die jedoch zahlreiche Zusatzdienste mitbringt.

Komplett neu in Ubuntu 9.10 ist die Synchronisation des Adressbuches und der Notizen über den Ubuntu-Cloud-Dienst Ubuntu One. Haben Sie ein entsprechendes Konto eingerichtet (siehe separaten Artikel zu Ubuntu One), dann legt Evolution neue Kontakte automatisch in der Couch-DB-Datenbank an und synchronisiert diese mit Ihrem Ubuntu-One-Account.

Evolution einrichten

Bei einem jungfräulichen System führt der Kontoassistent durch die Konfiguration. Falls Sie Ihre Daten aus einem früheren Backup wiederherstellen wollen, klicken Sie auf Vor, um zum Fenster Aus Sicherung wiederherstellen zu gelangen. Dort setzen Sie ein Häkchen und sagen Evolution, wo sich die Sicherung befindet. Existiert kein Backup, wählen Sie einfach Vor.

In unserem Artikel dient der E-Mail-Dienst Google Mail als Beispiel für die zahllosen E-Mail-Anbieter, über die Evolution E-Mails verschicken und empfangen kann (etwa Yahoo, Web.de, T-Online, GMX). Um von Evolution auf Google Mail zuzugreifen, müssen Sie entweder die POP- oder die IMAP-Nutzung aktivieren. Dazu rufen Sie das Webinterface von Google Mail [1] auf, melden sich an und wählen unter Einstellungen | Weiterleiten | POP/IMAP die Punkte IMAP aktivieren beziehungsweise POP aktivieren.

An die Daten zu kommen, um dem Client den direkten Zugriff auf Google Mail zu ermöglichen, ist der schwierigste Teil bei der Einrichtung von Evolution. Die E-Mail-Anbieter wollen den Anwendern die Nutzung des Webinterfaces schmackhaft machen, um sie mit Werbung und anderem ungewollten Content zu beglücken. Durchforsten Sie also die Seite des E-Mail-Providers gezielt nach den SMTP-, IMAP- oder POP-Serveradressen. Meist stehen diese irgendwo an recht versteckter Stelle. Bleibt die Suche erfolglos, erkundigen Sie sich bei der Support-Hotline nach diesen Daten.

Im nächsten Schritt tragen Sie des Einrichtungsassistenten (Identität) unter Voller Name den Namen ein, der vor all Ihren E-Mails stehen soll. Unter E-Mail-Adresse gehört Ihre Mail-Adresse, optional geben Sie bei Antwort an eine weitere Adresse an, über welche potenzielle Empfänger Ihrer E-Mails Ihnen antworten (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Der Kontoassistent wüsste gern mehr zu Ihrer Identität, um ein E-Mail-Konto einzurichten.

POP oder IMAP?

Der Hauptunterschied zwischen POP und IMAP besteht darin, dass IMAP in Evolution ausgeführte Aktionen automatisch auf dem Mail-Server wiederholt. Löschen Sie eine E-Mail in Evolution, existiert sie auf dem POP-Server weiter. IMAP löscht die Mail sowohl lokal als auch auf dem Server, wodurch Sie nicht zweimal dasselbe Mail-Konto pflegen müssen. Die meisten kommerziellen und kostenlosen E-Mail-Anbieter unterstützen beide Varianten, und Evolution lässt Ihnen sogar die Wahl, beide Methoden gleichzeitig zu nutzen. Für welche Variante Sie sich letztlich entscheiden, hängt von Ihrem Nutzungsprofil und Ihren Anforderungen ab. Die allgemeine Empfehlung lautet jedoch, IMAP zu nutzen, wenn es verfügbar ist.

Als nächstes konfigurieren Sie das Abrufen von E-Mails im Assistenten (Abbildung 3): Wählen Sie den Servertyp aus dem Ausklappmenü, im Beispiel nutzen wir das IMAP-Protokoll. Die Konfigurationsparameter unterscheiden sich je nach Anbieter. Für Firmenwanwender gibt es zusätzlich zu IMAP und POP einen Dienst für Exchange Server von Microsoft und Novell Groupwise. Die Konfigurationseinstellungen für Google Mail zeigt der Kasten "Google-Mail abholen", Evolution fügt in der Grundeinstellung automatisch die richtigen Werte ein.

Google-Mail abholen

Server-Art: IMAP Server: imap.gmail.com Benutzername: Login-Name bei Google Sichere Verbindung verwenden: SSL

Abbildung 3

Abbildung 3: Einrichten eines IMAP-Servers zum E-Mail-Empfang.

Nun wechseln Sie in den Dialog mit den Empfangsoptionen, in dem Sie Details für den E-Mail-Empfang festlegen (Abbildung 4). So prüft Evolution das Postfach regelmäßig, wenn Sie die Checkbox Automatisch nach neuen E-Mails sehen alle n Minuten aktivieren, wobei n die Anzahl der Minuten angibt. Ist die Einstellung In abonnierten Ordnern nach neuen E-Mails sehen aktiv, holt Evolution die Post aus allen IMAP-Ordnern – auch aus denen für gesendete oder gelöschte Mails.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Empfangsoptionen legen unter anderem fest, wie oft Evolution nach neuer Post schaut.

Im Abschnitt Verschicken von E-Mails des Kontoassistenten (Abbildung 5) bereiten Sie den Server auf den Versand von E-Mails vor. Die Konfiguration für Google Mail zeigt der Kasten "Google-Mail verschicken", auch hier füllt Evolution die Felder in der Regel automatisch korrekt aus.

Google-Mail verschicken

Server-Art: SMTP Server: smtp.gmail.com Server erfordert Legitimation: An Sichere Verbindung verwenden: SSL Legitimations-Typ: Anmelden Username: Login-Name bei Google An Passwort erinnern: An

Abbildung 5

Abbildung 5: Im Assistenten legen Sie auch die Einstellungen zum Mailversand fest.

Nun machen Sie im Konten-Verwaltungsdialog weiter: Geben Sie den Namen ein, unter dem das Konto in Evolution erscheint, und stellen Sie im nächsten Abschnitt die Zeitzone ein. Dazu klicken Sie einfach auf die entsprechende Stelle in der Weltkarte oder wählen unten im Ausklappmenü Ihre Region aus. Über Anwenden beenden Sie die Konfiguration im nächsten Fenster.

Die meisten Anwender in Firmen verwenden zwangsweise Microsofts Exchange Server. Dieser synchronisiert automatisch Kontakte, Kalender, Notizen und Aufgaben, was einen Linux-Desktop vor Probleme stellen kann. Nicht so Evolution: Mit Ubuntus Mailprogramm funktioniert die Verbindung zu Exchange mittlerweile recht schmerzfrei.

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