AA_schleifen.eps

© fat_fa_tin, 123RF

Gut vernetzt

Mit WLAN und UMTS ins Netz

Egal ob WLAN, 3G oder Kabel: Ubuntu versucht, Ihnen den Weg ins Internet so einfach wie möglich zu machen. Dieser Artikel stellt Ihnen das Setup über den Netzwerkmanager und von Hand vor.

Nach der Installation von Ubuntu 9.10 ist meist etwas Feintuning angesagt. Das verlangt jedoch die Installation von Software aus dem Internet. Hängen Sie Ihren Rechner über ein Netzwerkkabel an einen Router, der Sie ins Internet bringt, sind Sie fein raus. Der Router weist Ihrer Netzwerkkarte meist per DHCP (siehe Kasten "DHCP") eine IP-Adresse zu, sobald Sie das Kabel einstecken. Sie beobachten einfach den NetworkManager oben rechts im Panel – das graue Icon mit der stilisierten Antenne. Nach erfolgreicher Verbindung wird aus dem Icon ein Stecker (Abbildung 1). Zugleich meldet ein Pop-up-Fenster, dass Sie nun mit dem Kabelnetzwerk verbunden sind. Egal ob Kabelnetz, WLAN, UMTS oder VPN – über den NetworkManager konfigurieren Sie Ihre Netzwerkgeräte.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der NetworkManager (rot markiert) von Ubuntu verbindet Sie über Kabel, WLAN,Bluetooth und UMTS.

DHCP

Das Dynamic Host Configuration Protocol ist ein Protokoll, über das ein Client und ein Server miteinander reden. Dabei beantragt der Client eine IP-Adresse beim Server. Dieser übermittelt sie und integriert den Client automatisch in das Netzwerk.

Per WLAN ins Netz

Erkennt Ubuntu Ihre WLAN-Karte korrekt und liefert der Kernel den richtigen Treiber, erscheint beim Klick mit der Maus auf das NetworkManager-Symbol eine Liste der gefundenen WLAN-Netze (Abbildung 2). Sie wählen den gewünschten Eintrag aus und das Miniprogramm meldet den Rechner am zugehörigen Access Point bzw. WLAN-Router an. Benutzt dieser eine Verschlüsselung, erscheint ein Dialog zur Passworteingabe (Abbildung 3). Dieser berücksichtigt, ob der Access Point eine WEP- oder WPA-Verschlüsselung nutzt. Geben Sie das passende Kennwort ein und klicken Sie auf Verbinden. Nach wenigen Sekunden steht die WLAN-Verbindung. Das NetworkManager-Symbol ändert sich dann zu einem Balkendiagramm, das gleichzeitig die Signalstärke anzeigt. Im optimalen Fall dauert die Reise ins Netz nur ein paar Sekunden.

Abbildung 2

Abbildung 2: Beim Linksklick auf den NetworkManager zeigt dieser die in der Umgebung gefundenen WLAN-Netze namentlich an.

Abbildung 3

Abbildung 3: Wenn jemand in seinem Router die eine WPA-Verschlüsselung benutzt, erkennt der NetworkManager das und bietet eine entsprechende Oberfläche an.

Treibersafari

Der bisher beschriebene Weg gilt, wenn der Kernel funktionierende Treiber für die WLAN-Karten anbietet, was etwa bei Intel-Karten der Fall ist. Auch wer nicht das allerneuste Gerät benutzt, hat sehr gute Chancen, dass sein WLAN-Adapter problemlos mit Ubuntu kooperiert. Die Tabelle "Kaufempfehlung" gibt eine Übersicht über einige gut unterstützte USB-Sticks. Beachten Sie, dass Hersteller mitunter die Hardware ändern, ohne aber das Modell umzubenennen.

Kaufempfehlung

Hersteller Belkin Buffalo Conceptronic D-Link Hama Hama Hama Linksys Linksys Sitecom
Modell F5D8053 v3 WLI-UC-G300N C54RU DWA-140 39749 62778 62744 WUSB600N WUSB54GC-DE WL-302 v1 001
Modi b/g/n b/g/n b/g b/g/n b/g b/g/n b/g a/b/g/n b/g b/g/n
Chipsatz Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink
Treiber rt2870sta rt2870sta rt73 rt2870 rt73 rt2870sta rt73 rt2870sta rt73 rt2870sta
Interface ra0 ra0 wlan0 ra0 wlan0 ra0 wlan0 ra0 wlan0 ra0
Preis (ca.) 30 Euro 40 Euro 20 Euro 40 EUR 20 Euro 20 Euro 20 Euro 40 Euro 40 Euro 25 Euro

Reicht Ihnen zum drahtlosen Surfen im Internet ein 802.11g-Gerät mit 54 Mbit/s Datendurchsatz, müssen Sie sich um den Treiber-Support kaum kümmern. Hier kommt bei den meisten USB-Geräten ein Ralink-Chipsatz zum Einsatz, den das aktuelle Ubuntu bereits unterstützt (siehe Kasten "Rt73-Treiber installieren").

Rt73-Treiber installieren

Nutzen Sie unter Ubuntu 9.10 einen der weit verbreiteten Rt73-Chipsätze, ist die Installation recht einfach. Zunächst überprüfen Sie den Chipsatz, indem Sie in ein Terminal tail -f /var/log/messages eingeben (um das Systemprotokoll mitzulesen). Dann stöpseln Sie den Stick ein. Die Ausgabe sieht ungefähr aus wie in Abbildung 4. In der Zeile usbcore: registered new interface sollte der Name des Treibers stehen, den die WLAN-Karte benötigt. Ist das – wie im Bild – rt73usb, installieren Sie im Anschluss das Paket rt73-common, das die Firmware für den Chip bereitstellt. Über den NetworkManager richten Sie den Zugang zum Access Point ein, das wars. Bei Treibern mit anderen Namen, suchen Sie im Paketmanager nach dem angezeigten Namen oder dem Kürzel oder schauen in dieser ausführlichen Liste [1], ob Ubuntu Ihre WLAN-Karten unterstützt. Einen Test mit 20 WLAN-Adaptern, darunter auch PCI- und Cardbus-Karten finden Sie übrigens in unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser 07/2008 und online über die Suchfunktion der LinuxCommmunity [2].

Abbildung 4

Abbildung 4: Indem Sie das Systemprotokoll mitlesen, erfahren Sie den Namen des Treibers für Ihre WLAN-Karte. Auch andere ansteckbare Hardware identifizieren Sie auf diesem Weg.

Auch für die meisten unter dem Namen "Draft-N" zurzeit angebotenen USB-Sticks mit dem theoretisch bis zu 300 Mbit/s schnellen 802.11n-Standard gibt es Treiber. Diese USB-Sticks verwenden in der Regel den Ralink-Chip RT2870, für den der Hersteller selbst Linux-Treiber anbietet. Läuft ein Treiber – wie der RT3070 – einmal nicht, helfen die diversen Ubuntu-Foren zum Thema weiter.

Einem Freund empfehlen