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Newbuntu

Neues rund um Ubuntu

Mehr Speicher für Ubuntu One

Mit Ubuntu 9.10 gehört der Dropbox-Klon Ubuntu One zu den Standardprogrammen des Gnome-Desktops und bietet 2 GByte freien Speicher an. Für Bezahlkunden hat Canonical nun das Speicherlimit massiv erhöht. Am Gratisdienst von Canonical ändert sich vorerst nichts. Alle Ubuntu-Nutzer können den Service von Canonical, der ein bestimmtes Verzeichnis auf seinen Servern spiegelt und automatisch synchronisiert, bis zu einer Größe von 2 GByte weiterhin gratis nutzen. Für Geschäftskunden hat der Ubuntu-Sponsor Canonical jedoch das Angebot verbessert: anstatt 10 GByte stehen nun 50 GByte in der Ubuntu-Cloud bereit. Die Kosten bleiben bei 10 USD pro Monat.

Hoffnung besteht auch für Kunden, die den Dienst nicht nur von Ubuntu aus nutzen möchten: laut Workswithu.com [1] haben einige Entwickler bereits Interesse gezeigt, Ubuntu One auf Windows oder Mac OS X zu portieren, damit sich Canonical zu einem Port bewegen lässt, sei allerdings zunächst eine entsprechende Nachfrage von Bezahlkunden notwendig.

Sicherheitsproblem Seahorse?

In den Ubuntu-Foren wird zur Zeit diskutiert, ob es in Gnome eine Sicherheitslücke gibt: Konkret geht es darum, dass Gnome angemeldeten Benutzern die im Keyring gespeicherten Passwörter im Klartext anzeigt. Kein Bug, sondern das Security-Konzept der Keyrings, sagen Verteidiger.

Im Thread, der die Diskussion startete [2], beschreibt der Entdecker auch den Weg dorthin. Der Anwender muss demnach Ubuntu starten und sich auf dem Desktop anmelden. Über Anwendungen | Zubehör | Passwörter und Verschlüsselung gelangt man dann in den Keyring-Manager. Unter Login listet die Anwendung die einzelnen Vorgänge und Programme auf, deren Passwörter es kennt (dazu gehören WLAN-Zugänge und Mail-Accounts).

Abbildung 1

Abbildung 1: Ist der Nutzer gerade abwesend, kann man problemlos alle Passwörter auslesen.

Klickt man nun mit der rechten Maustaste auf einen Eintrag und wählt Eigenschaften aus dem Kontextmenü, gelangt man zum Reiter Schlüssel. Wählt man hier Passwort, erscheint eine Anfrage, ob man diese Aktion gewähren will. Nach der Bejahung erscheint verdeckt das Passwort. Nun fehlt nur noch ein Häkchen bei Passwort zeigen, um es im Klartext zu betrachten. So weit so einfach.

Kritiker dieser Offenheit stellen sich nun ein Szenario vor, nach dem ein Profileigner im Büro mehrere Personen unter seinem Account arbeiten lässt. Wenn er seinen Rechner im heimischen WLAN verwendet, will er jedoch darauf vertrauen, dass sein Passwort sicher ist. Sie schlagen daher vor, den Zugriff auf die Passwortansicht noch einmal durch das Nutzerpasswort zu schützen. So müssten Gäste das Passwort des Profileigners kennen, um die anderen Passworte im Klartext zu sehen. Zur Zeit, so ein Argument, sei es auch Nutzern ohne jedes Computerwissen möglich, die Passwörter auszuspionieren. So eine Passwortsperre würde 99 Prozent der Versuche verhindern.

Verteidiger der Keyrings-Strategie argumentieren indes, nur angemeldete User hätten die Möglichkeit, die Passworte einzusehen. Sie verweisen auf die Sicherheitsphilosophie der Keyrings von Gnome. Die fordert Benutzer auf, beim Verlassen des Rechners den Bildschirm zu sperren und für fremde Nutzer eine Gastsitzung zu eröffnen. Eine verbindliche Lösung für das Problem gibt es bisher noch nicht. Es wird aber fleißig diskutiert, unter anderem auf den Keyring-Mailinglisten.

Buchtipp: Einstieg in Ubuntu 9.10

Einstieg in Ubuntu 9.10 »Karmic Koala« von Marcus Fischer sieht sich als Ergänzung zum Standardwerk des gleichen Autors zu Ubuntu. Der rund 450 Seiten dicke Wälzer mit zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen richtet sich in erster Linie an Einsteiger und Umsteiger. Das Buch aus dem Galileo-Verlag behandelt die Installation und Konfiguration von Ubuntu in neun Kapiteln von den Anfängen Ubuntus bis zur Nutzung der Shell. Rund 80 Seiten helfen dem Leser bei den ersten Schritten unter KDE und Gnome, auch die neuen Netbook-Versionen lässt der Autor nicht außer Acht. Die Installation wird auf 50 Seiten beschrieben, die Arbeit mit den Office-Tools Browsern und E-Mail nimmt sogar über 100 Seiten in Anspruch.

Der Autor legt sehr viel Wert auf eine verständliche Erklärung und schließt auch Leser nicht aus, die noch nie eine Linux-Distribution gesehen haben beziehungsweise mit dem PC eher auf Kriegsfuß stehen. So erklärt zum Beispiel eine Tabelle den Tastenbefehl, um in das BIOS zu kommen für praktisch sämtliche BIOS-Versionen. Vorbildlich sind auch die Einleitungstexte zu jedem Kapitel, die darauf hinweisen, was den Leser auf den folgenden Seiten erwartet und welches Vorwissen dazu nötig ist.

Obwohl generell gut geschrieben und im vorderen Teil auch topaktuell, merkt man dem Buch als Insider an manchen Stellen an, dass die ursprünglichen Texte doch schon eine Weile zurückliegen. So spricht zum Beispiel der Multimedia-Teil in Kapitel 8 durchgehend von cdrecord, welches zwar als symbolischer Link unter der aktuellen Ubuntu-Version noch existiert, aber bereits in Ubuntu 9.04 durch wodim ersetzt wurde. Auch das als Tipp angepriesene xcdroast hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und funktioniert unter 9.10 nicht mehr, obwohl sich das Paket noch in den Repositories befindet.

Der Abschnitt zur Soundunterstützung ist an sehr vielen Stellen veraltet und beinhaltet Hinweise auf Arts (seit über einem Jahr nicht mehr benutzt) und teilweise kontraproduktive Tipps zur Fehlerbehebung mit Pulseaudio. Da der verbesserte Pulseaudio-Support zu einem der Hauptfeatures von Ubuntu 9.10 gehört, sollte Galileo hier ein Online-Update bereitstellen.

Noch bunter wird es im Kapitel 8.4.3: Hier behauptet der Autor, dass unter Linux lediglich das Abspielen unverschlüsselter DVDs erlaubt sei. Diese Aussage mag vor zwei Jahren noch gestimmt haben, heute gibt es jedoch mit LinDVD und dem Fluendo-DVD-Player zwei rechtlich völlig unumstrittene Anwendung für die DVD-Wiedergabe unter Linux. Offensichtlich vermeidet es der Verlag hier aus Angst vor rechtlichen Schritten, die libdvdcss2 zu erwähnen.

Abgesehen von diesen Mängeln, die in erster Linie Ubuntu-Experten auffallen werden, bietet das rund 450 Seiten dicke Buch genug Lesestoff für die kommenden Wintermonate. Wer jetzt anfängt, sich mit Ubuntu intensiver zu beschäftigen, für den stellt der Titel "Einstieg in Ubuntu 9.10" von Galileo Press somit eine gute Basis dar, wer Ubuntu bereits seit längerem nutzt oder nicht an der gedruckten Version hängt, findet unter http://openbook.galileocomputing.de/ubuntu/ einen thematisch sehr ähnlichen Titel zur Version 9.04 in der frei verfügbaren Openbook-Version. Das Openbook befindet sich zudem auch auf der Begleit-DVD zu "Einstieg in Ubuntu 9.10".

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Titel: Einstieg in Ubuntu 9.10 »Karmic Koala«

Autor:Marcus Fischer

Verlag: Galileo Computing

ISBN: 978-3-8362-1518-3

Preis: 20 Euro

Auf DVD: Ubuntu 9.10 in der 32- und 64-Bit-Version, Kubuntu, Ubuntu Studio, OpenBook zu Ubuntu 9.04

Tipp einschicken und Rechner gewinnen

Ubuntu User sucht die besten Ubuntu-Tipps. Wie beschleunigt man den Bootvorgang, was macht das Besondere an X/K/Mythbuntu aus, welches klasse Tool fehlt bei einer Standardinstallation und so weiter. Die Redaktion möchte es wissen, was man bei Ubuntu noch verbessern kann und verschenkt für den besten Tipp einen Teo-X mit Dualcore-Atom-Prozessor in Saphirblau (eignet sich farblich besonders gut für Kubuntu-Fans :-). Zur Teilnahme genügt eine Mail mit dem Tipp an gewinnspiel@ubuntu-user.de, wer mehrere Tipps auf Lager hat, bitte mehrere Mails schicken. Details zum Gewinnspiel gibt es auf der Ubuntu-User-Homepage

http://www.ubuntu-user.de

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