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Da schau her!

Mediacenter @ Home

Mythbuntu vereint eine schlanke Ubuntu-Distribution mit dem Mediacenter MythTV und verwandelt den Wohnzimmer PC mit wenigen Mausklicks in eine universelle Unterhaltungszentrale.

Während der fast ausgestorbene Videorekorder ausschließlich bewegte Bilder festhielt, können heutige Festplatten-Rekorder auch DVDs brennen, Musik abspielen und Urlaubsfotos verwahren. Allerdings kosten solche Tausendsasas schnell mehrere hundert Euro. Warum also nicht einfach einen ausgemusterten PC für diese Zwecke abstellen? Ein solcher Mediacenter-PC – auch als Home Theater Personal Computer (HTPC) bezeichnet – ersetzt gleich mehrere konventionelle Geräte und lässt sich flexibel den eigenen Wünschen anpassen. Die benötigte Software gibt es zudem kostenlos im Internet – beispielsweise in Form von Mythbuntu. Dieses Paket vereint ein einfach zu bedienendes Ubuntu Linux mit der Benutzeroberfläche MythTV. Letztere dirigieren Sie bequem per Fernbedienung durch das Fernsehprogramm, eine DVD oder das hauseigene Musikarchiv. Über passende Erweiterungen surfen Sie sogar von der Couch aus im Internet oder rufen wichtige Newsfeeds ab. Als Hardware-Voraussetzung nennt die Mythbuntu-Homepage [1] einen Rechner mit 192 MByte Hauptspeicher, einer 20-GByte-Festplatte, sowie einem Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz. Diese Anforderungen sollten drei bis fünf Jahre alte PCs erfüllen. Hochauflösendes Fernsehen verlangt aufgrund der verarbeiteten Datenmengen bereits einen aktuellen Mehrkern-Prozessor.

TV-Karten

Um Fernsehprogramme zu empfangen und aufzuzeichnen, benötigen Sie zudem eine von Mythbuntu unterstützte TV-Karte, sowie eine ausreichend dimensionierte Festplatte. Eine Stunde Fernsehen in Standardauflösung belegt circa 2 GByte Platz. Kommen noch umfangreiche Musik- und Fotosammlungen oder gar hochauflösendes Fernsehen hinzu, sollte Sie über Platten im Terabyte-Bereich nachdenken. TV-Karten unterstützt Mythbuntu sowohl für das Digitalfernsehen via Satellit (DVB-S), Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T), als auch noch ältere analoge Empfänger. Eine Liste mit getesteten TV-Karten finden Sie unter [2]. Als Faustregel gilt: Läuft eine TV-Karte unter Linux, so erkennt Mythbuntu sie sehr wahrscheinlich auch.

Stellen Sie Ihren Mediacenter-PC selbst zusammen, wählen Sie möglichst leise Komponente – nichts stört so sehr wie ein surrender Lüfter. Des Weiteren muss die Grafikkarte mit Ihrem Fernseher kooperieren: die Mythbuntu-Entwickler empfehlen ein Modell von Nvidia mit TV-Ausgang. Für die Installation von Mythbuntu benötigen Sie zudem eine Tastatur, eine Maus sowie einen PC-Monitor. Später reicht eine Fernbedienung zur Steuerung aus – vorausgesetzt sie taucht in der Liste des LIRC-Projekts auf [3].

Scheibchenweise

Haben Sie die passende Hardware zusammen, brennen Sie das ISO-Image von unserer Heft-DVD als Abbilddatei auf eine CD und booten diese dann von Ihrem Mediacenter-PC. Im Menü aus Abbildung 1 wählen Sie als Sprache Deutsch und bestätigen mit [Eingabe] den Punkt Mythbuntu ausprobieren (Rechner bleibt unverändert).

Abbildung 1

Abbildung 1: Da das Startmenü der Mythbuntu-CD seinem Ubuntu-Pendant entspricht, nutzen Sie bei Problemen wie gewohnt die Einstellungen hinter

Mythbuntu basiert zwar auf Ubuntu, wirft aber alle nicht zwingend benötigten Programme über Bord, so etwa den Gnome-Desktop. Stattdessen erscheint nach dem Start das etwas karge Xfce 4 aus Abbildung 2.

Abbildung 2

Abbildung 2: Im "Applications"-Menü stecken noch ein paar nützliche Hilfsprogramme, darunter Firefox und der Medienabspieler VLC.

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