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Grüne Welle?

Sieben WLAN-Karten im Test

Ein Test mit sieben aktuellen WLAN-Karten zeigt: Plug & Play-Karten setzen sich auch im WLAN-Bereich durch. Probleme lassen sich dabei nicht immer auf fehlende Treiber schieben.

Testgeräte

Die Testgeräte stellte uns freundlicherweise der Saturn-Markt im Münchner Einkaufszentrum PEP zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

Wir haben wahllos sieben Geräte aus dem Regal gegriffen und uns angeschaut, was Ubuntu-Anwender damit erleben. Immerhin: Vier von sieben Geräten bringen den Nutzer ohne Umstände ins Netz – im Gegensatz zu früher eine Verbesserung. Negativ fällt auf: Kleine und schnell behebbare Fehler machen Einsteigern ohne Linux-Kenntnisse das Leben oft unnötig schwer.

Die Tabelle 1 listet unsere Testgeräte mitsamt den wichtigsten Daten auf. Vorher nutzen wir aber die Test gemachten Erfahrungen, um zu zeigen, wie Sie unter Linux WLAN-Karten konfigurieren. Wir sprechen über Fallstricke, die auf dem Weg lauern und demonstrieren die Probleme anhand der einzelnen Karten.

Netgears WNDA3100 und WN111v2

Unter Windows stecken Sie neue USB-WLAN-Stick gewöhnlich an den Rechner, greifen sich die Installations-CD und spielen den passenden Treiber für Ihr System ein. Unter Linux geht das einfacher: Da der Kernel bereits zahlreiche Treiber für externe Hardware mitbringt, laufen WLAN-Karten, aber auch UMTS-Sticks und DSL-Modems, im Idealfall ohne weiteres Zutun. Sie stellen lediglich noch ein, welchen Access Point Sie benutzen wollen.

Der Vorgang besteht dabei grundsätzlich aus zwei Schritten: Im ersten Schritt identifiziert der Kernel das Gerät und lädt den passenden Kernel-Treiber. Einige WLAN-Karten benötigen eine Firmware, die der Kernel im Verzeichnis /lib/firmware sucht. Im Erfolgsfall legt Ubuntu eine Schnittstelle für die Karte an. Der Befehl /sbin/ifconfig -a zeigt Ihnen sämtliche vorhandenen Netzwerkschnittstellen an, WLAN-Karten tauchen meist unter den Bezeichnungen ra0, wlan0 oder rausb0 auf (Abbildung 1). Existiert eine Schnittstelle mit diesem Namen, bestehen gute Chancen, die Karte zum Laufen zu bringen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der Befehl "/sbin/ifconfig -a" zeigt Ihnen, ob der Kernel die WLAN-Karte erkennt und eine Schnittstelle für sie bereit stellt.

Im zweiten Schritt melden Sie diese mit Hilfe des NetworkManager oder einer anderen Software beim Access Point an (Abbildung 2), wählen den passenden Verschlüsselungstyp aus und geben das Passwort an. So gelangen Sie ins Netz, und die Einstellungen überleben auch einen Neustart des Systems.

Abbildung 2

Abbildung 2: Über den NetworkManager melden Sie sich auch unter Kubuntu problemlos bei Ihrem Access Point an.

Bei zwei USB-Sticks im Test klappte dieser Weg ausgezeichnet: Die beiden Geräte von Netgear (WNDA3100-100GRS und WN111v2) setzen auf Atheros-Treiber, die im Quellcode vorliegen. Folge: Die Unterstützung für die Geräte ist vorbildlich. Sie suchen über den NetworkManager nach der SSID Ihres drahtlosen Netzwerks, geben das Kennwort ein und ab geht's ins Netz.

Hardware-Treiber

Legt Ubuntu nach dem Booten für WLAN-Sticks oder -Kartes nicht automatisch Schnittstellen an, liegt das mitunter auch daran, dass diese proprietäre Firmware-Treiber verwenden. Die darf der Kernel aus Lizenzgründen nicht an Bord haben (siehe Kapitel "Neues vom Kernel"). Allerdings besteht die Möglichkeit, solche Treiber über spezielle Software nachzuladen. Dafür rufen Sie unter Ubuntu 9.10 den Punkt System | | Systemverwaltung | | Hardware-Treiber auf, unter Kubuntu hingegen Programme | | System | | Hardware Drivers. Auf diese Weise starten Sie Jockey, ein Tool, das proprietäre Treiber lädt. Listet es Ihre WLAN-Karte auf, genügt ein Klick auf Aktivieren, um den Treiber aus dem Internet zu holen und zu verwenden – im Test nutzte aber keine Karte diesen Weg.

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