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Software installieren mit Ubuntu & Co.

Ubuntu und seine Derivate bietet allerhand grafische Werkzeug, um Software effizient zu verwalten. Aber auch über die Kommandozeile spielen Sie schnell und unkompliziert neue Programme auf den Rechner.

Wer glaubt, die ganze Welt von Ubuntu und Co. passt auf eine DVD, irrt sich gewaltig. Nur ein paar Mausklicks entfernt warten sprichwörtlich tausende von freien und kostenlosen Programmen auf den Anwender. Wollen Sie die Sterne beobachten oder Ihre Kochrezepte sortieren? Wollen Sie einen Internet-Radiosender starten oder schlicht fernsehen? Kein Problem: Über praktische grafische Frontends installieren Sie die dazu notwendige Software unter Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu.

Software für Ubuntu und Co. liegt dabei generell in Form von Debian-Paketen mit der Endung *.deb vor. Es handelt sich um Archive, die verschiedene Bibliotheken und Konfigurationsdateien enthalten. Bei der Installation verteilt der Paketmanager die im Archiv enthaltenen Dateien automatisch an die richtigen Orte im Dateisystem.

Häufig verfügen Programme zudem über so genannte Abhängigkeiten: Installieren Sie Programm A, müssen Sie auf jeden Fall auch Programm B einspielen. So benötigt die Weltraumsimulation Celestia etwa die KDE-Bibliotheken, um zu laufen (Abbildung 1). Der Paketmanager erkennt die Seilschaften und spielt die abhängigen Pakete automatisch auf Ihren Rechner.

Abbildung 1

Abbildung 1: Der Paketmanager Synaptic löst Abhängigkeiten automatisch auf.

Doch woher holt der Paketmanager die Software? Er findet sie auf dem Installations-Medium, aber auch im Internet. Dort lagert sie in großen Online-Paketquellen (englisch: Repositories). Ubuntus Standard-Paketquellen umfassen tausende von Programmen und bieten Software in den vier Geschmacksrichtungen Main (Freie, von Ubuntu unterstützte Software), Restricted (von Ubuntu unterstützte Software, unter unfreien Lizenzen), Universe (von der Community betreute Software ohne offiziellen Support) sowie Multiverse (nicht-unterstützte Software mit unfreien Lizenzen) an.

Bei Bedarf erweitern Sie die Auswahl um zusätzliche Paketquellen, die Programme enthalten, die in den gewöhnlichen Quellen fehlen – etwa bestimmte Videocodecs oder brandaktuelle Versionen eines bestimmten Programms. Nicht zuletzt aktualisieren Sie über den Paketmanager Ihr komplettes System, machen also aus Kubuntu 9.10 ein Kubuntu 10.04.

Der Paketmanager dient dabei nur als grafische Oberfläche für Apt (das Advanced Packaging Tool), das im Hintergrund die Listen mit der Software der Paketquellen verwaltet und die Abhängigkeiten kennt. Apt bedienen Sie auch über die Kommandozeile – viele routinierte (KX)Ubuntu-Anwender bevorzugen diesen Weg, den das Kapitel "Schnelle Quelle" beschreibt.

Software mit dem Software-Center installieren

Unter Ubuntu 9.10 bietet das Software-Center einen einfachen Weg an, um Programme zu installieren. Sie finden das Tool unter Anwendungen | | Software-Center. Entweder wählen Sie die gewünschte Software aus einem bestimmten Bereich aus, oder Sie nutzen das Suchfeld rechts oben, um gezielt nach einem spezifischen Paket zu fahnden (Abbildung 2). Es listet die vorhandenen Programme namentlich und mit einer Beschreibung auf und spart die Bibliotheken, Entwicklerdateien und Metapakete aus, um Benutzer nicht zu verwirren. Geben Sie banshee ein, erhalten Sie lediglich ein installierbares Paket – die Abhängigkeiten spielt das Tool vom User unbemerkt im Hintergrund auf den Rechner. Wählen Sie ein Paket aus, erscheint rechts daneben ein kleiner Pfeil. Der führt zu einer ausführlicheren Beschreibung des Programms und zu einem Button, auf dem Installieren steht.

Abbildung 2

Abbildung 2: Das Software-Center reduziert für Ubuntu-Einsteiger die Komplexität von Installationen: Es versteckt verwirrende Bibliotheken und Entwicklerdateien und löst Abhängigkeiten im Hintergrund auf.

Synaptic für Ubuntu und Xubuntu

Das Software-Center vereinfacht Einsteigern die Installation von Programmen. Wollen Sie allerdings externe Paketquellen einbinden oder Software einspielen, die das Center nicht anzeigt, hilft unter Ubuntu das wesentlich komplexere Synaptic weiter, das auch Xubuntu verwendet.

Sie starten es unter Ubuntu über System | Systemverwaltung | Synaptic-Paketverwaltung, unter Xubuntu finden Sie es unter Applications | | System. Nach der Eingabe des Administrator-Passworts landen Sie im Hauptfenster (Abbildung 3). Dort klicken Sie zunächst auf Neu laden, damit Synaptic seine interne Paketliste aktualisiert. Der Paketmanager prüft dabei, ob die entfernten Paketquellen aktualisierte Software bereit halten. Vergessen Sie den Schritt, kann eine Installation fehlschlagen, weil Synaptic eine Software sucht, die es im Netz schon nicht mehr gibt.

Abbildung 3

Abbildung 3: Synaptic ordnet die vorhandene Software verschiedenen Sektionen zu. Schneller ans Ziel gelangen Sie mit der Schnellsuch-Leiste rechts oben.

Im linken Bereich fahnden Sie gezielt nach Software-Sektionen. Unter Multimedia (universe) finden Sie etwa das Paket banshee. Um es zu installieren, klicken Sie auf die Checkbox links daneben und wählen Zum Installieren vormerken. Im Unterschied zum Software-Center zeigt Synaptic nun auch abhängige Pakete an – klicken Sie auf Vormerken. Über den Button Anwenden beginnen Sie mit der Installation, wobei ein weiteres Fenster alle Pakete auflistet, die Synaptic installieren will. Ein Klick auf Anwenden setzen den Download und die anschließende Installation in Gang. Im folgenden Fenster sollten Sie ein Häkchen bei Diesen Dialog nach erfolgreichem Anwenden der Änderungen schließen setzen, andernfalls bleibt das Fenster am Ende einer Installation kommentarlos offen stehen.

Suchen Sie gezielt nach einer Software, wählen Sie links im Bereich Sektionen den Eintrag Alle aus und geben in die Schnellsuche rechts oben den Namen oder Teile davon ein. Eine gründlichere Suche starten Sie über einen Klick auf Suche.

Um ein bereits installiertes Paket zu entfernen, suchen Sie nach ihm und klicken auf den grünen Button. Es erscheint ein Menü, aus dem Sie Zum Entfernen vormerken oder Zum vollständigen Entfernen vormerken auswählen. Der Unterschied: Im zweiten Fall entfernen Sie nicht nur das Programm, sondern auch sämtliche Konfigurationsdateien desselben. Manuell angepasste Konfigurationsdateien eines Programms verschwinden so ebenfalls. Die persönlichen Konfigurationen der Anwendungen, die diese beim Start als versteckte Ordner und Dateien im Home-Verzeichnis der Anwender anlegen, bleiben von dem Befehl unberührt. Um den RSS-Feed-Reader Liferea 1.6 mit der Ausgangskonfiguration zu starten, löschen Sie den versteckten Ordner .liferea_1.6 im Home-Verzeichnis.

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