AA_goldfische.tif

© Khz, Fotolia

Begrenzte Freiheit

Multimedia-Komponenten und proprietäre Programme

Für Ubuntu müssen Sie einige hilfreiche Komponenten eigens aus dem Internet herunterladen. Dazu gehören Codecs für Audio- und Videodateien und proprietäre Programme wie Google Earth und Skype.

Fehlt eine wichtige Software in der sehr umfangreichen Programmauswahl von Ubuntu, dann liegt dem in der Regel ein lizenz- oder patentrechtliches Problem zugrunde. In die erste Kategorie fallen beliebte proprietäre Anwendungen wie Skype, Flash-Player oder Opera, zur Gruppe der rechtlich problematischen Programme gehören in erster Linie Multimedia-Komponenten.

Video- und Audio-Codecs installieren

Generell gibt es verschiedene Anwendungen, die unter Ubuntu Musik und Filme abspielen. Der Standard-Videoplayer unter Ubuntu heißt Totem, Rhythmbox kümmert sich hingegen um die musikalischen Freuden.

Sämtliche dieser Programme unterstützen von Hause aus freie Audio- und Video-Formate. Nach einer Standardinstallation bringen sie aber weder Support für MP3-Dateien noch für Videos im Divx- oder Windows-Media-Format mit. Der Grund dafür liegt in patentrechtlichen Problemen: es gibt zwar frei verfügbare Codecs für diese Aufgaben, auf Canonical könnte bei deren Auslieferung Scherereien bekommen, da die Codecs in einigen Ländern illegal sind.

Öffnen Sie deshalb in Totem eine nicht unterstützte Videodatei, erscheint ein Dialog, der auf die benötigten Codecs hinweist bzw. Ihnen vorschlägt, sie zu suchen (Abbildung 1). Die Software fischt auf Ihren Befehl hin im Internet nach den passenden Codecs und installiert diese, sobald Sie auf Installieren klicken (Abbildung 2).

Abbildung 1

Abbildung 1: Rufen Sie in Totem einen Film auf, dessen Format Ubuntus Mediaplayer nicht kennt, sucht die Software nach den benötigten Plugins.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Plugins von Gstreamer beinhalten eine Vielzahl an Codecs. Ein Klick auf "Installieren" spielt sie auf Ihr System. Weitere Codecs finden Sie im Medibuntu-Repository.

Die Suche endet bei Totem in über 90 Prozent der Fälle bei den passenden Gstreamer-Plugins, wie etwa gstreamer0.10-plugins-ugly, gstreamer0.10-fluendo-mp3 und gstreamer0.10-ffmpeg. Gstreamer ist ein modular aufgebautes Multimedia-Framework. Es stellt diversen Anwendungen Ton- und Bildschnittstellen zur Verfügung. Dadurch müssen die einzelnen Programme keine speziellen Codecs unterstützen; es genügt, wenn sie das Playback über Gstreamer beherrschen.

Um etwa eine MP3-Datei abzuspielen, reicht Rhythmbox die Datei an Gstreamer weiter. Die Software kramt im eigenen Fundus nach einem Plugin, das sich um MP3-Formate kümmert. Mit Hilfe des darin enthaltenen Codecs wandelt Gstreamer die Datei in hörbares Material um, das Rhythmbox umgehend wieder in Empfang nimmt und über die Lautsprecher ausgibt (Abbildung 3). Um Totem und Rhythmbox, aber auch dem Videoeditor Pitivi, neue Dateiformate beizubringen, müssen Sie nur die passenden Gstreamer-Plugins nachinstallieren.

Abbildung 3

Abbildung 3: Totem setzt auf einen modularen Aufbau und lernt über Plugins neue Codecs kennen.

Codecs satt

Da die Multimedia-Anwendungen zunächst nur die unbedingt nötigen Codecs holen, erscheint der Suchdialog eventuell mehrmals. Um das in Zukunft zu verhindern, spielen Sie die "eingeschränkten Extras" ein. Dazu geben Sie im Suchfeld des Software-Centers das Stichwort restricted ein und installieren das Paket Eingeschränkte Extras für Ubuntu. Neben den Codecs landen gleich noch weitere proprietäre Komponenten auf Ihrem Rechner, darunter die Gstreamer-Plugins bad, ugly und ffmpeg, der Flash-Player-Installer, der die neueste Version des Players aus dem Netz holt und installiert, das Archivierungsprogramm Unrar sowie der MP3-Encoder Lame (Abbildung 4).

Abbildung 4

Abbildung 4: Die "eingeschränkten Extras" sind das Rundum-Sorglos-Paket für Codecs, Schriften und proprietäre Programme. Sie installieren das Paket über das Software-Center.

Einem Freund empfehlen