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3-D-Beschleunigung einrichten

Die Grafikchips proprietärer Anbieter bringen direkt nach der Installation meist nicht die volle Grafikleistung. Wir erklären, warum und zeigen, wie Sie unter Ubuntu und Co. die 3-D-Beschleunigung aktivieren.

Grafikkarten zeigen nach der Installation von Ubuntu, Kubuntu oder Xubuntu in aller Regel auch ein Bild an. Wozu sollen Sie also zusätzliche Grafikkartentreiber installieren? Tatsächlich lassen sich erst mit den richtigen Treibern die Möglichkeiten moderner Grafikkarten voll ausschöpfen. Grafisch anspruchsvolle Spiele laufen nur mit 3-D-Beschleunigung ruckelfrei und auch Anwendungen machen ohne 3-D-Support keinen Spaß – etwa Google Earth (Abbildung 1).

Grundsätzlich herrscht unter Linux ein ziemliches Durcheinander an Treibern – so jedenfalls präsentiert sich die Lage für Ein- und Umsteiger. Beschäftigen Sie sich ein wenig mit der Situation, wird das Gesamtbild einerseits noch verworrener, andererseits kristallisieren sich ein paar grundsätzliche Dinge heraus, an denen Sie sich orientieren können. In einem der letzten Hefte gab es einen ausführlichen Überblick zu Grafikkartentreibern und 3-D-Beschleunigung, hier also nur die Kurzversion. In den Fußnoten des freien Onlineartikels finden Sie bei Problemen zahlreiche Fußnoten, die Ihnen dabei helfen, Ihre Grafikkarte zu identifizieren und die Grafikkartentreiber einzuspielen.

Feine Unterschiede

Es gibt proprietäre und freie Grafikkartentreiber. Erstere benutzen Ubuntu und Co. bei der Installation, letztere installieren Sie meist später nach. Die freien Treiber funktionieren inzwischen schon recht gut und bringen auch rudimentäre 3-D-Fähigkeiten mit, über die Sie etwa die Desktop-Effekte nutzen. Hier dürfte sich in den nächsten Jahren noch einiges tun. Die proprietären Treiber funktionieren aber noch deutlich besser: Im Spielebereich gibt es meist keine Alternative zu ihnen.

Nutzen Sie einen Grafikchip von Intel, sind Sie fein raus: Intel selbst unterstützt freie Treiber, die recht gut funktionieren. Sie bekommen also 3-D-Beschleunigung out of the box. Allerdings eignen sich Intels Chips – auch wenn sie weit verbreitet sind – kaum für richtig anspruchsvolle und aktuelle Spiele. Hier kommen die Karten von Nvidia und ATI zum Einsatz.

Verwenden Sie diese, erscheint in der Regel nach der Installation von Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu ein kleines Fenster, das Sie auf proprietäre Hardware in Ihrem Rechner aufmerksam macht. Das Tool namens Jockey schlägt vor, einen passenden Treiber zu installieren (Abbildung 2). Stimmen Sie dem zu, spielt es für Nvidia-Karten den passenden Nvidia-Treiber und für ATI-Karten den proprietären Catalyst-Treiber auf den Rechner. Wahlweise starten Sie Jockey auch, indem Sie über das Startmenü den Punkt Hardware-Treiber (Ubuntu/Xubuntu) oder Hardware-Drivers (Kubuntu) aufrufen.

Probleme

Leider unterstützen ATIs aktuelle Catalyst-Treiber in Version 10.4 einige ältere Karten nicht mehr. Eine ältere Catalyst-Version können Sie aberr nicht verwenden, weil der passende X-Server fehlt. Auch Nvidias Treiber funktionieren nicht mit allen Karten (aber mit den meisten). Bei manchen Modellen gibt es zudem Darstellungsfehler. In diesen Fällen helfen die freien Treiber, namentlich nouveau (für Nvidia-Karten) und radeon (für ATI-Karten). Da Ubuntu und Co. sie standardmäßig installieren, sobald sie auf Nvidia- und ATI-Karten stoßen, müssen Sie die Treiber auch nicht extra einspielen. Im Zweifelsfall warten Sie mit der Installation proprietärer Treiber, bis Sie auf eine Anwendung stoßen, die diese wirklich erfordert.

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