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Schritt für Schritt

Installation

Zu Ubuntus Begleitschiffen gehören unter anderem Kubuntu und Xubuntu. Wir zeigen exemplarisch, wie Sie die Distributionen auf Ihre Festplatte spielen.

Ubuntus Derivate müssen sich nicht verstecken: Zwar bringt Ubuntu für fast alle Belange grafische Oberflächen mit, in bestimmten Fällen ergibt es aber mehr Sinn, sich für Kubuntu oder Xubuntu zu entscheiden. Wir zeigen, wie Sie die Distributionen installieren und was sie voneinander unterscheidet. Nutzen Sie Lubuntu, Ubuntu Netbook Edition (bisher Netbook Remix) oder Edubuntu, hilft der Artikel ebenfalls weiter: Da alle Ubuntu-Derivate auf denselben Installer setzen, sind die Differenzen bei der Installation minimal. Benutzen Sie bereits eine Ubuntu-Variante, besteht auch die Möglichkeit, die anderen Desktops nachzuinstallieren – die Nebenwirkungen zeigt der Kasten Multiple Desktops.

Multiple Desktops

Es muss nicht immer eine eigene Distribution sein: Alle Ubuntu-Derivate bieten die Möglichkeit, Programme der jeweils anderen Desktops zu installieren und zu nutzen. Wollen Sie etwa unter Ubuntu Amarok verwenden, ist das ohne weiteres möglich. Der Pferdefuß: Sie holen sich auch eine umfangreiche Basis an KDE-Bibliotheken auf den Rechner.

Alternativ besteht die Möglichkeit, zusätzlich einen kompletten Desktop zu installieren und diesen beim Anmelden auszuwählen (Abbildung 1). Alle dazu nötigen Pakete vereint ein Metapaket, das Sie über den Paketmanager installieren und das alle Abhängigkeiten hinterher ziehen. Um etwa Ubuntu um die KDE- und Xfce-Desktops zu erweitern, spielen Sie einfach die Pakete kubuntu-desktop oder xubuntu-desktop ein. Danach melden Sie sich von Ihrem Desktop ab und wählen beim Log-in-Manager einen alternativen Desktop aus.

Ein Problem kann sich dabei aber ergeben: Die Bootanimation gestaltet jedes Ubuntu-Derivat ein wenig anders: Installieren Sie aus einem vorhandenen Ubuntu heraus den Xfce-Desktop, erscheint beim Booten zukünftig die weiße Maus von Xubuntu, gefolgt vom typischen Anmelde-Splash-Screen der Distribution. Unter Gnome ändern Sie das im Reiter Aussehen, den Sie über System | | Systemverwaltung | | StartUp-Manager erreichen. Als Splash-Thema wählen Sie usplash-theme-ubuntu.

Welche Hardware?

Eine benutzerfreundliche Installation von Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu setzt ganz unterschiedliche Hardwareanforderungen voraus. Die Tabelle 1 zeigt, wie viel Arbeitsspeicher Sie brauchen und was Ihr Prozessor leisten sollte, um die Systeme komfortabel zu bedienen. Dahinter stehen die Werte für einen Minimalbetrieb, in dem die Systeme aber kaum benutzbar sein dürften. Speziell die angegebenen 64 MByte gehören wohl eher ins das Reich der Mythen und gelten wahrscheinlich für Installationen ohne grafische Oberfläche. Sollten Sie so ein Gerät halbwegs flüssig mit einem Ubuntu-10.04-Derivat betreiben, schreiben Sie uns eine E-Mail.

Zwar variieren die Angaben für die Systemanforderungen auch in den offiziellen Quellen. Die meisten Rechner der letzten fünf Jahre sollten die empfohlenen Anforderungen jedoch locker erfüllen. Einschränkungen gibt es lediglich für Netbooks: Deren Besitzer sollten aufgrund der oft recht kleinen Displays zum Desktop von UNE (Ubuntu Netbook Edition) greifen, indem sie zum Beispiel das Paket ubuntu-netbook nachinstallieren oder UNE komplett von einem USB-Stick einspielen. Nun werfen wir einen Blick auf die einzelnen Distributionen.

Tabelle 1

  Ubuntu 10.04 Kubuntu 10.04 Xubuntu 10.04
Arbeitsspeicher 384 / 256 MByte 384 / 256 MByte 256 / 128 MByte
Festplattenspeicher 8 / 4 GByte 8 / 4 GByte 6 / 2 GByte
Taktfrequenz CPU 700 / 300 MHz 700 / 300 MHz 700 / 300 MHz
Bildschirmauflösung 1024x768 / 640x480 1024x768 / 640x480 800x600 / 640x480

Schickes Kubuntu

Als Desktop setzt Kubuntu 10.04, das erstmals einen Long Term Support mitbringt, auf KDE SC 4.4, wobei das SC für Software Compilation steht. Der Desktop gilt unter Windows-Nutzern als adäquatester Windows-Ersatz – tatsächlich weisen KDE 4 und Windows 7 Ähnlichkeiten auf (Abbildung 2). Gnome wird hingegen eine optische Nähe zu Mac OS X nachgesagt (Abbildung 3).

Im Gegensatz zu Windows bringt KDE 4.4 mehr Schalter und Hebelchen mit, um das System zu konfigurieren. Fast alle KDE-Funktionen erreichen Sie über einfache Mausklicks und mit einer Tasse Kaffee in der anderen Hand. Die so genannten Plasmoiden – das sind die transparenten Dinger auf dem Desktop – entpuppen sich als kleine Helfer mit vielen nützlichen Features – so etwas bietet Gnome nicht an. Zu den Highlights der Softwareauswahl gehören unter anderem der Audioplayer Amarok, der Dateimanager Dolphin, das Brennprogramm K3B und die Bildbearbeitung Digikam.

Während der Desktop in Version 9.10 noch recht unvollständig übersetzt war, hat sich die Situation mit Version 10.04 deutlich verbessert. Dank zahlreicher Fehlerkorrekturen läuft KDE 4.4 zudem wieder ein Stück stabiler als die Vorgänger – das schließt die Plasmoiden ein. Wie in der Vorgängerversion mangelt es noch an KDE-Äquivalenten zu einigen Anwendung, die Ubuntu und Xubuntu 10.04 mitbringen. So fehlt noch immer ein eigenes Software-Center für KDE. KPackageKit ist kein Ersatz und versagt nach wie vor, wenn es darum geht, Pakete einzuspielen, die während der Installation nach einer Konfiguration verlangen.

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