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Paketexpress

Software installieren mit Ubuntu & Co.

Ubuntu und seine Derivate bieten allerhand grafische Werkzeuge, um Software effizient zu verwalten. Aber auch über die Kommandozeile spielen Sie schnell und unkompliziert neue Programme auf den Rechner.

Wer glaubt, die ganze Welt von Ubuntu und Co. passt auf eine DVD, irrt sich gewaltig. Nur ein paar Mausklicks entfernt warten sprichwörtlich tausende von freien und kostenlosen Programmen auf den Anwender. Wollen Sie die Sterne beobachten oder Ihre Kochrezepte sortieren? Wollen Sie einen Internet-Radiosender starten oder Fernsehen? Kein Problem: Über praktische grafische Frontends installieren Sie die dazu notwendige Software unter Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu.

Details im Netz

Dieser Artikel beschreibt die grundlegenden Informationen zum Thema Paketverwaltung. Es gibt allerdings noch viel mehr zu erfahren. Wie Sie Pakete, externe Paketquellen und Schlüssel über die Kommandozeile verwalten, was Synaptic ist und wie Sie Software elegant wieder loswerden, lesen Sie kostenlos in zwei ausführlichen Onlineartikeln unter http://ubuntu-user.de/20106 und http://ubuntu-user.de/20912.

Software für Ubuntu liegt generell in Form von Debian-Paketen mit der Endung *.deb vor. Es handelt sich um Archive, die verschiedene Bibliotheken und Konfigurationsdateien enthalten. Bei einer Installation verteilt der Paketmanager die im jeweiligen Archiv enthaltenen Dateien automatisch an die richtigen Orte im Dateisystem.

Häufig verfügen Programme zudem über so genannte Abhängigkeiten: Installieren Sie Programm A, müssen Sie auf jeden Fall auch Programm B einspielen. So benötigt die Weltraumsimulation Celestia zum Beispiel die KDE-Bibliotheken, um zu laufen. Der Paketmanager erkennt die Seilschaften und spielt die abhängigen Pakete automatisch auf Ihren Rechner.

Doch woher holt er die Software? Er findet sie auf dem Installationsmedium (siehe Kasten DVD-Problem), aber auch im Internet. Dort wartet die Software in großen Online-Paketquellen (englisch: Repositories) auf ihren Download. Ubuntus Standardpaketquellen, die tausende von Programmen umfassen, bieten Software in den vier Geschmacksrichtungen Main (Freie, von Ubuntu unterstützte Software), Restricted (von Ubuntu unterstützte Software, unter unfreien Lizenzen), Universe (von der Community betreute Software ohne offiziellen Support) sowie Multiverse (nicht-unterstützte Software mit unfreien Lizenzen) an.

DVD-Problem

Aufgrund eines Bugs in der Paketverwaltung von Ubuntu 10.04, können die DVD-Versionen die DVD selbst nicht als Paketquelle einbinden. Ubuntu und Co. laden daher sämtliche Pakete aus dem Internet herunter [1].

Bei Bedarf erweitern Sie die Auswahl um zusätzliche Paketquellen. Die enthalten Programme, die in den gewöhnlichen Quellen fehlen – etwa bestimmte Videocodecs oder brandaktuelle Versionen von Firefox. Nicht zuletzt aktualisieren Sie über den Paketmanager Ihr komplettes System, machen also aus Kubuntu 10.04 ein Kubuntu 10.10.

Die Paketmanager dienen dabei nur als grafische Oberflächen für Apt (das Advanced Packaging Tool), das im Hintergrund die Listen mit der Software der Paketquellen verwaltet und die Abhängigkeiten erkennt. Apt bedienen Sie auch schneller und oft komfortabler direkt über die Kommandozeile.

Software mit dem Software-Center installieren.

Unter Ubuntu und Xubuntu 10.04 installieren Sie über das Software-Center einfach und schnell neue Programme. Sie finden das Tool unter Anwendungen | | Software-Center. Entweder wählen Sie die gewünschte Software aus einem bestimmten Bereich aus, oder Sie nutzen das Suchfeld rechts oben, um gezielt nach einem spezifischen Paket zu fahnden. Der Dateimanager listet die vorhandenen Programme namentlich und mit einer Beschreibung auf, spart aber Bibliotheken, Entwicklerdateien und Metapakete aus, um die Benutzer nicht zu verwirren.

Geben Sie banshee ein, taucht lediglich ein installierbares Paket auf – die Abhängigkeiten spielt das Tool vom User unbemerkt im Hintergrund auf den Rechner. Wählen Sie ein Paket aus, erscheinen darunter zwei Schaltflächen: Über Weitere Informationen gelangen Sie zu einer ausführlicheren Beschreibung des Programms – mitunter mit einem Screenshot – und zu einem Button, auf dem Installieren (oder bei installierten Paketen Entfernen) steht (Abbildung 1). Es ist auch möglich, parallel mehrere Programme zu installieren. Das Software-Center zeigt mittlerweile zudem externe Paketquellen und PPAs an, über deren Sinn und Zweck das Kapitel Externe Paketquellen informiert.

Kubuntus KPackageKit

Unter Kubuntu gibt es so etwas wie das Software-Center noch nicht, der dortige Paketmanager heißt KPackageKit. Sie finden ihn im K-Menü unter Rechner | | KPackageKit. Nach dem Start geben Sie in das Suchfeld oben in der Mitte einen Suchbegriff ein. Das Suchkriterium setzen Sie über das Drop-down-Menü rechts daneben fest, der voreingestellte Wert lautet Nach Namen suchen. Das setzt allerdings voraus, dass Sie den Namen des gesuchten Pakets bereits kennen. Fahnden Sie hingegen ganz allgemein nach einem Audio-Player, wählen Sie den Eintrag Nach Beschreibung suchen, woraufhin KPackageKit sämtliche verfügbaren Audio-Player auflistet, die das Wort in ihrer Programmbeschreibung tragen (Abbildung 2).

Um eine Software zu installieren, klicken Sie auf den nach unten weisenden Pfeil rechts neben dem Namen und dann auf Anwenden. KPackageKit fragt, ob es das ausgewählte Paket installieren soll – erst dann löst der Paketmanager Abhängigkeiten auf. In einem weiteren Fenster präsentiert er dann Pakete, die er zusammen mit dem von Ihnen ausgewählten Programm einspielen will. Klicken Sie auf Ok. Nach einer Authentifizierung beginnt die Installation. Auch Systemaktualisierungen nehmen Sie übrigens über KPackageKit vor – Kubuntu nennt sie Fehlerkorrekturen.

Um eine installierte Software zu entfernen, suchen Sie diese und klicken dann auf das Kreuzchen rechts daneben. Leider deinstalliert KPackageKit nicht automatisch die abhängigen Pakete, die Sie nun nicht mehr brauchen – ein Problem, das auch das Software-Center kennt.

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