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Sieben auf einen Streich

Ubuntu User Edition mit sieben Ubuntus

Diesmal finden Sie auf der Heft-DVD nicht nur sieben Ubuntu-Versionen, sondern auch ein speziell angepasstes Ubuntu 10.04 mit zahlreichen vorinstallierten Anwendungen zu denen Skype, Google Earth, Picasa, Adobe Flash, Truecrypt, Virtualbox und Teamviewer gehören.

Die aktuelle Heft-DVD bietet Ihnen gleich drei Vorteile. Zunächst finden Sie neben der CD-Version von Ubuntu sechs weitere Abkömmlinge auf dem Datenträger. Zudem haben wir Ubuntu remastert und es um interessante Software erweitert. Diese müssen Sie gewöhnlich aus externen Quellen nachinstallieren, das fällt im Falle der Ubuntu User Edition weg.

Ein dritter Vorteil besteht darin, dass es sich bei Ubuntu und Kubuntu um Versionen mit Long-Term-Support handelt. Beide Distributionen unterstützt Canonical drei Jahre lang mit regelmäßigen Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen. Der Zeitraum bezieht sich auf die Desktop-Variante, die Sie verwenden. Setzen Sie Ubuntu auf Servern ein, sind es sogar fünf Jahre. Gewöhnlich erhalten Sie über diese Updates aber keine neuen Programmversionen, Canonical repariert und pflegt vielmehr die vorhandenen Anwendungen und trägt so zur Sicherheit und Stabilität des Systems bei.

Auf der ersten Seite der DVD finden Sie Kubuntu und Ubuntu als installierbare Live-Versionen. Xubuntu, Mythbuntu, Ubuntu Netbook Edition und Lubuntu finden Sie hingegen als Abbilddateien auf der selben Seite der DVD – dazu später mehr. Auf der Rückseite finden Sie die Ubuntu-basierte Distribution Open Artist, die sich insbesondere an kreative Menschen wendet und für diese allerhand nützliche Software bereit stellt.

Um die Ubuntu User Edition zu starten, legen Sie die DVD so in den Schacht, dass Sie direkt das Label mit der Beschriftung Ubuntu User Edition sehen. Nach dem Booten landen Sie direkt auf dem Desktop der Live-Version von Ubuntu. Voraussetzung ist, das Sie das BIOS vorher so einrichten, dass es überhaupt von einer DVD bootet und dann den Rechner neu starten.

Das Laden von Ubuntu dauert ein Weilchen. Sie finden dann auf dem Desktop im Anwendungsmenü auch die von uns installierten Programme vor. Über ein Icon auf der Arbeitsfläche installieren Sie Ubuntu auf Ihrem Rechner und folgen dabei der Anleitung von Seite 20. Planen Sie keine Installation, fahren Sie den Rechner einfach wieder herunter, entnehmen die DVD und alles ist wie zuvor. Bedenken Sie, dass Ubuntu im Live-Modus wesentlich langsamer bootet und arbeitet, als die installierte Variante.

Interessieren Sie sich für Kubuntu, gehen Sie vor, wie eben beschrieben. Drücken Sie aber beim Start des Bootprozesses – sobald die beiden Icons im unteren Bereich erscheinen – eine beliebige Taste, um in das Bootmenü zu gelangen. Hier wählen Sie Kubuntu live starten. Wie eben auch warten Sie nun, bis der Desktop erscheint und können das KDE-basierte Ubuntu-Derivat über ein Icon auf dem Desktop auf Ihre Festplatte spielen.

Abbilddateien brennen

Die anderen Ubuntu-Varianten befinden sich in Form von ISO-Dateien auf der DVD. Der Grund: Multiboot-Versionen mehrerer Ubuntu-Derivate erweisen sich in der Praxis als recht fehleranfällig, wir wollten diesem Problem aus dem Weg gehen.

Noch ein paar Worte zu den Derivaten: Lubuntu ist das im Artikel auf Seite 60 besprochene inoffizielle Ubuntu-Derivat, das auf den schlanken LXDE-Desktop setzt (Abbildung 1). Bei Ubuntu Netbook Edition (früher Netbook Remix) handelt es sich um eine angepasste Ubuntu-Variante für Netbooks. Auch zu Mythbuntu hatten wir bereits einen Artikel im Heft, den Sie nun kostenlos im Internet lesen können. Er bezieht sich zwar auf Mythbuntu 9.10, funktioniert aber im Wesentlichen auch für Mythbuntu 10.04.

Sie finden die ISO-Dateien der Distributionen im Verzeichnis /cdrom/iso-images. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Am einfachsten ist es, die Ubuntu-Live-Version zu booten und eine ISO-Datei als Abbild auf einen USB-Stick zu kopieren. Von diesem installieren Sie das gewählte Ubuntu-Derivat im Anschluss – was Ihr Rechner allerdings zulassen muss!

Nach dem Booten der Ubuntu User Edition stecken Sie den USB-Stick (der sollte mindestens 1 GByte Platz mitbringen) an den Rechner und wählen System | | Systemverwaltung | | Startmedienersteller. Im oberen Fenster wählen Sie über Weitere das gewünschte Ubuntu-Derivat aus, etwa /cdrom/iso-images/lubuntu-10.04.iso und markieren dieses anschließend mit der Maus (Abbildung 2). Im unteren Bereich sehen Sie Ihren USB-Stick, dessen Daten Sie vor dem Überspielen löschen (über die entsprechende Schaltfläche).

Klicken Sie abschließend auf Startmedium erstellen, schreibt die Software das Image auf Ihren Stick und zeigt Ihnen, wann sie damit fertig ist. Im Anschluss booten Sie Ihren Rechner mit dem angeschlossenen Stick neu.

Die zweite Möglichkeit besteht einfach darin, ein beliebiges Betriebssystem mit Anschluss an einen CD-Brenner zu booten, dann die DVD einzulegen und das ISO-Image von der Ubuntu User Edition auf den Rechner zu kopieren. Danach schreiben Sie es mit Hilfe einer gewöhnlichen Brennsoftware, etwa Nero, Brasero oder K3b als Abbilddatei bzw. Image auf eine CD. Ist das erledigt, booten Sie den Rechner von der gebrannten CD und wählen entweder die Live-Version oder schreiten gleich zur Installation des ausgesuchten Derivats.

Um die Open-Artist-Distribution zu nutzen, wenden Sie die Heft-DVD einmal. Sie bringt zahlreiche Programme für kreative Zeitgenossen mit und erlaubt es Ihnen, nicht nur zu zeichnen und zu animieren (in 2D und 3D, mit Blender, Xara, Lightzone, Synfig und Inkscape), sondern auch Musik zu machen und zu bearbeiten (mit Ardour, Rosegarden, Audacity, Bristol oder Hydrogen) sowie Bilder und Fotos zu verändern (mit Gimp, Cinepaint, RawStudio, Hugin). Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, selbst für den Filmschnitt bringt die Distribution mit Cinelerra, Kdenlive, Pitivi und Lives gleich mehrere Videoeditoren mit. Wollen Sie als VideoJockey (kurz VJ) mit Filmausschnitten jonglieren, greifen Sie zu Veejay.

Speziell einige der Audioanwendungen, welche die Distribution mitbringt, nutzen den Sound-Server Jack. Um ihn zu betreiben, bringt die DVD auch einen Echtzeit-Kernel mit, den Sie bei Bedarf ebenfalls booten.

Problembehebung

Lässt sich die Ubuntu User Edition wider Erwarten nicht booten, haben Sie mehrere Optionen. Entweder schauen Sie in den Artikel auf Seite 20 und spielen mit den Kernel-Optionen im Bootmenü. Erscheinen konkrete Fehlermeldungen, kann auch einfach die DVD kaputt sein. In diesem Fall bietet das Bootmenü eine Möglichkeit, die Unversehrtheit des Datenträgers zu testen. Wählen Sie dazu einfach die Option CD/DVD auf Fehler prüfen.

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