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© Vova, 123RF

Bildfunk

WLAN-Kamera mit Bewegungsmelder

Mit dem WL-404 bekommen Sie eine Kamera, die sich per Funk mit Ihrem Router verbindet und ihre Bilder ins Netzwerk funkt. Wir schauen, wie das Gerät unter Ubuntu und Co. tut.

Normale Webcams stöpseln Sie meist mit einem USB-Port direkt an Ihren Rechner. Es gibt aber auch Geräte, die keinen Rechner brauchen, um ihren Job zu erledigen. Dazu gehört die WL-404 von Sitecom (Abbildung 1), die Sie einfach per Netzwerkkabel mit einem Router oder Switch bzw. über das WLAN mit einem Access Point verbinden. Sie sprechen die Kamera dann über ihre IP-Adresse im LAN an und rufen ihr Bild über den Browser ab.

Testgerät

Das Testgerät stellte uns freundlicherweise der Saturn-Markt im Münchner Einkaufszentrum PEP zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

Das Kamerabild erscheint nicht nur im LAN, sondern auch im Internet, wenn Sie den Router richtig konfigurieren. Ein eingebauter Bewegungsmelder schickt Ihnen zudem E-Mails mit Bildern, falls eine Bewegung die Aufmerksamkeit der Kamera fesselt – so die Theorie. Nach dieser eignet sich die Kamera also perfekt als Überwachungskamera. Tatsächlich läuft sie aber nur unter Windows vollständig. Wir schauen, wie weit wir mit Linux kommen.

Die Hardware

Das Gerät besteht aus zwei Teilen, die in einem weißen Plastikgehäuse stecken. Eine Komponente beherbergt die Kamera selbst, an die Sie zu Beginn eine Antenne schrauben. Bei der zweiten Komponente handelt es sich um einen Standfuß, auf dem Sie die Kamera befestigen (Abbildung 1). Ein bewegliches Gelenk verleiht ihr auch im festgeschraubten Zustand die nötige Bewegungsfreiheit. Ganz autonom arbeitet sie jedoch nicht, sie braucht zumindest einen Netzstecker. Stöpseln Sie diesen an das Gerät, ist es sofort an – ein entsprechender Schalter fehlt hier. Sie erkennen die Aktivität an dem kleinen grünen LED, das unterhalb der Linse leuchtet.

Um die Kamera in ein WLAN-fähiges Gerät zu verwandeln, das sich mit Ihrem privaten Access Point verbindet, müssen Sie Ihr die WLAN-Zugangsdaten verraten. Dazu schließen Sie das Gerät zunächst über ein gewöhnliches RJ45-Netzwerkkabel an Ihren Router oder an den Switch an und machen die Kamera so im lokalen Netz erreichbar. Sie bringt als fest voreingestellte IP-Adresse die 192.168.0.230 mit. Gegebenenfalls passen Sie Ihren Router so an, dass er diese IP-Adresse und/oder unbekannte MAC-Adressen akzeptiert.

Erste Bilder und Konfiguration

Danach benutzen Sie einen Rechner, der im selben Netzwerk hängt, rufen einen Browser auf (JavaScript muss aktiv sein) und geben die eben genannte IP-Adresse in die URL-Leiste ein: http://192.168.0.230. Nun erscheint das Bild der Kamera (Abbildung 2) und Sie landen im Konfigurationsdialog. Oder fast: Zunächst benötigen Sie noch einen Anmeldenamen und ein Passwort, um in den Dialog gelangen. Geben Sie in die obere und untere Zeile der Passwortabfrage jeweils admin ein. Im Konfigurationsmenü ändern Sie diese einfache und potenziell unsichere Voreinstellung zunächst. Dazu klicken Sie im Menü am oberen Rand auf Toolbox und geben bei Administrator ID und Administrator Password neue Zahlen- und Buchstabenkombinationen ein, die Sie am besten irgendwo notieren. Klicken Sie dann unterhalb der Felder auf den Button Save, um die Angaben zu speichern. Nutzen Sie Konqueror als Browser, erscheint das Bild der Kamera leider nicht. Der Browser stellt offenbar keine MJPEG-Streams dar.

Als deutschsprachiger Benutzer wollen Sie den Einrichtungsdialog vermutlich in deutscher Sprache sehen. Dazu wählen Sie aus dem Aufklappmenü Choose your language ganz oben mittig den Eintrag Deutsch, um die meisten der Einstellungen in deutscher Sprache zu sehen.

Beim Menü ganz oben handelt es sich um das Hauptmenü, über das Sie die Kamera im Netzwerk einrichten. Über Home gelangen Sie zu einer Ansicht, die das Bild der Kamera als MJPEG-Stream anzeigt. Der Menüpunkt rechts daneben heißt Basiseinstellungen. Hier bringen Sie der Kamera unter anderem bei, WLAN zu benutzen. Sie ändern ihre IP-Adresse und bringen ihr bei, einen anderen als den Port 80 für den Interneteinsatz zu wählen. Im Register DDNS machen Sie das Gerät – trotz ständig wechselnder IP-Adresse – dauerhaft und über einen vollständigen Domainnamen im Internet erreichbar.

Beginnen Sie zunächst im Reiter System, wo Sie der Kamera einen Kamera-Name geben, das aktuelle Datum und die Uhrzeit sowie die Zeitzone einstellen. Das Network Time Protocol ist bereits fabrikseitig aktiviert, es holt die aktuelle Zeit von einem NTP-Server namens clock.via.net. Darunter stellen Sie ein, wie oft die Kamera die Uhrzeit auf den neuesten Stand bringt (das richtige Datum ist bei Überwachungskameras natürlich wichtig). Über die Option beenden Sie den LED-Betrieb. Das schaltet die kleinen grünen Lämpchen an der Kamera aus, wodurch sie auch im Betrieb so wirkt, als wäre sie ausgeschaltet.

Lassen Sie die Kamera automatisch eine IP-Adresse beziehen (das stellen Sie im Reiter Netzwerk ein), erhält sie unter Umständen trotzdem stets dieselbe IP-Adresse – was positiv ist. Viele Router vergeben IP-Adressen zwar zunächst dynamisch, merken sich aber zugleich die MAC-Adresse eines Geräts und weisen diesem später stets dieselbe IP-Adresse zu. Kann Ihr Router das, wählen Sie IP-Adresse automatisch beziehen (DHCP). Ansonsten richten Sie über Folgende IP-Adresse verwenden eine feste, nicht öffentliche IP-Adresse ein, die zu Ihrem Netzwerksegment passt (im Test benutzten wir die 192.168.0.2). Eine konstante IP-Adresse erleichtert Ihnen das Leben, egal ob Sie die Kamera über das lokale Netzwerk oder das Internet ansprechen. Im ersten Fall müssen Sie zum Aufrufen der Kamera stets ihre IP-Adresse in die URL-Leiste des Browsers eingeben. Wenn diese sich ständig ändert, müssen Sie jedes Mal neu auf die Suche gehen. Den zweiten Fall – die Erreichbarkeit über das Internet – beschreiben wir weiter unten.

Zunächst weiter im Reiter Netzwerk. Nutzen Sie einen Router, können Sie den DNS-Server, der sich um die Namensauflösung von IP-Adressen kümmert, automatisch finden lassen. Aber auch den DNS-Server tragen Sie bei Bedarf manuell ein. Sie können zudem den sekundären HTTP-Port aktivieren, um zum Beispiel nicht über den Standardport 80 auf die Kamera zuzugreifen, sondern über einen alternativen Port zwischen 1024 und 65535.

Die Kamera streamt ihre Videos nicht nur über das HTTP-Protokoll, sondern zusätzlich über RTP und RTPS – auch im Multicast-Betrieb. Diese sollen sich vor allem um das Streamen von MPEG4 kümmern – doch das Format kommt bei Ihnen ohnehin nicht an. Im Test funktionierte nur der Empfang von MJPEG (Motion JPEG). Interessanter ist womöglich der Eintrag Lokalisierung aktivieren. Der schaltet UPnP ein, so dass Programme, die UPnP beherrschen, die Kamera automatisch im Netzwerk aufspüren.

Im nächsten Reiter WLAN stellen Sie – wenig überraschend – die wichtigsten Weichen, um die Drahtlosfähigkeiten des WL-404 zu nutzen (Abbildung 3). Wichtig für Sie ist meist die Zeile SSID, in die Sie den Namen Ihres WLAN-Netzes eintragen. Auch das Sicherheitssystem legen Sie selbst fest. Es hängt von der Verschlüsselung ab, die Sie für Ihren Access Point verwenden – meist WEP oder WPA/WPA2. WEP sollten Sie jedoch aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht mehr einsetzen, als sicher gilt momentan nur WPA2. Sie tragen dann das Passwort für Ihren WLAN-Zugang ein und speichern die Einträge über Speichern.

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