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Neu!

Das steckt in Maverick Meerkat

Nicht nur der Installer von Ubuntu 10.10 sieht anders aus. Die aktuelle Distribution bringt einen Softwareshop mit und unterstützt noch mehr Apple-Hardware. Wir haben die fertige Version für Sie getestet.

Nach einer LTS-Version, bei der es vor allem auf Stabilität ankommt, bringen die Ubuntu-Entwickler meist experimentellere Ausgaben ihrer Distribution heraus. Sie integrieren viele neue Features und ändern auch mal ein paar grundlegende Technologien. Ubuntu 10.10 hat zwar auch Änderungen an Bord, doch fallen die im Vergleich zu 10.04 eher moderat aus. Kein Wunder, blieb den Entwicklern doch diesmal deutlich weniger Zeit, um die Ziele umzusetzen. Mark Shuttleworth hatte den Veröffentlichungstermin aus Marketinggründen von Ende Oktober auf Anfang Oktober verschoben. Der 10.10.(20)10 ergibt nämlich – wie die meisten Geeks wissen – dezimal die Nummer 42 und die liefert – laut Douglas Adams – die Antwort auf die Frage nach dem "Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" [1]. Zudem wurden große Veränderungen ja bereits in den vergangenen Releases eingeführt (GRUB 2, EXT 4, Upstart, KMS usw.)

Oberfläche

Natürlich bringt Maverick Meerkat Veränderungen an der Oberfläche mit. Die fallen diesmal aber – verglichen mit Version 10.04 – moderat aus (Abbildung 1). So hat das Design-Team das Theme optimiert, was sich zum Beispiel in dem dezenteren Aussehen der Fensterknöpfchen und der Aktualisierungsverwaltung manifestiert. Wie immer gibt es auch ein neues Hintergrundbild – eins für die Live-Version, eins für das installierte Ubuntu. Sofort fällt hingegen die neue Schriftart auf: Ein Team von Font-Designern hat für Ubuntu eine eigene Schriftart, die Ubuntu Font Family, entwickelt, die nun standardmäßig zum Einsatz kommt.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Änderungen an der Oberfläche von Ubuntu 10.10 fallen eher moderat aus.

Radikalere Neuerungen fließen in Unity ein (Abbildung 2), Ubuntus neue Netbook-Oberfläche, die erstmals die geplanten Windicators nutzen . Zudem haben die Entwickler den Installer optisch, aber vor allem funktional, wesentlich aufgebrezelt.

Abbildung 2

Abbildung 2: Unity ist Ubuntus neue Oberfläche für Netbooks und lehnt sich stark an Gnome 3 an. Der Desktop zeigt einige interessante Ansätze, die vielleicht auch mal auf Ubuntus Desktop landen.

Nvidia-Probleme

Weniger schön ist, dass Jockey zur Zeit keine älteren Nvidia-Karten erkennt (Abbildung 3). Gewöhnlich schlägt die Software vor, einen passenden Nvidia-Treiber zu installieren. Es handelt sich um einen bekannten Bug [2], der eine ganze Reihe von Nvidia-Karten betrifft (siehe Kasten Betroffene Nvidia-Karten).

Der Grund: Der Treiber für die älteren Nvidia-Karten (nvidia-96) muss den Xserver 1.9 unterstützen, den Ubuntu nun verwendet. Diese Anpassungen liegen aber momentan nicht sehr weit oben auf Nvidias Prioritätenliste. Schauen Sie unter [2], ob es neue Entwicklungen oder Workarounds in der Sache gibt und bleiben Sie beim Standardtreiber oder alternativ bei Ubuntu 10.04. Wenn alles gut geht, liefert Nvidia einen funktionierenden Treiber nach, den Ubuntu dann per Update ausliefert. Der freie Treiber sollte allerdings funktionieren, aber nur mit eingeschränkter Unterstützung für 3-D-Beschleunigung.

Betroffene Nvidia-Karten

GeForce 4 MX Serie: MX 440, MX 440 (AGP 8X), MX 420 (AGP 8X), MX 420, MX 440-SE, MX, Integrated GPU, MX 460, MX 440SE (AGP 8X), MX 4000 Quadro NVS Serie: NVS 285, NVS 55/280 PCI, NVS 210, NVS 420, NVS 450, NVS 50, NVS 295, NVS 280, NVS 440, NVS 290 Quadro 4 Go Serie: 500 GoGL, 550 XGL, 700 GoGL Quadro 2 Go Serie: MXR/EX/Go GeForce 4 Ti Serie: Ti 4800, Ti 4800 SE, Ti 4400, Ti 4200 (AGP 8X), Ti 4200, Ti 4600 GeForce 2 Serie: Ti 200, GeForce3, Ti 500 Quadro 2 MXR Serie: Quadro2 MXR/EX/Go

Abbildung 3

Abbildung 3: Der "nvidia-96"-Treiber für ältere Grafikkarten besitzt für Nvidia momentan keine hohe Priorität. Deshalb kann es noch etwas dauern, bis ein Treiber erscheint.

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