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© Ian Holland, 123RF

Alles drin!

Das steckt in Maverick Meerkat

Über die Neuerungen von Ubuntu 10.10 haben wir bereits im letzten Heft ausführlich berichtet. Diesmal widmen wir uns dem Ökosystem und stellen die Frage: Was gibts Neues in Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu und Mythbuntu?

Ja, in Ubuntu 10.10 und seinen Derivaten stecken auch wieder einige Neuerungen unter der Haube, die der Benutzer nicht sieht. Diesmal konzentrieren wir uns aber auf die sichtbaren Dinge. Dazu gehört nicht zuletzt der neue grafische Installer, der allen Distributionen gemeinsam ist.

Kubuntu

Kubuntu bringt den KDE-Desktop inzwischen in einer neuen Version 4.5 mit, was wenig überrascht. Die Distribution hat dabei aber gleich zwei Desktops an Bord. Booten Sie KDE mit einem Monitor, der nur über eine bescheidene Bildschirmauflösung verfügt, wählt Kubuntu automatisch Plasma Netbook als grafische Oberfläche auf (Abbildung 1). Das lässt sich natürlich ändern, doch gibt es dafür eigentlich keinen triftigen Grund. Die Netbook-Oberfläche sieht nicht nur gut aus, sie lässt sich auch intuitiv bedienen und reagiert recht fix. Schaffen es also Ubuntus Entwickler nicht, der Netbook-Oberfläche Unity bis zur Release von Ubuntu 11.04 die Kinderkrankheiten auszutreiben, könnte das KDE neue Nutzer zutreiben.

Auch mit von der Partie ist eine so genannte Technology Preview von Kubuntu Mobile, einer KDE-Oberfläche für Smartphones. Sie steckt im Paket kubuntu-mobile, das Sie explizit installieren müssen. Im Test landeten wir dann nach einem Neustart automatisch auf der neuen Mobiloberfläche. Vermutlich klappt es auch, wenn Sie sich neu auf dem KDE-Desktop anmelden. Tatsächlich sah Kubuntu Mobile recht beeindruckend aus (Abbildung 2), lässt sich aber nur auf einem Smartphone wirklich beurteilen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Plasma-Netbook-Oberfläche bringt Kubuntu automatisch auf den Schirm, wenn der Rechner nur über ein Display mit geringer Auflösung verfügt.

Abbildung 2

Abbildung 2: Kubuntu 10.10 bringt eine Technologievorschau auf Kubuntu Mobile mit.

Des weiteren fällt recht schnell auf, dass ein altes Schlachtross fehlt. Der Konqueror ist fast unbemerkt von Bord gegangen – vermutlich in die wohlverdiente Pensionierung. Damit macht er Platz für einen Nachfolger, der Rekonq heißt. Er ist schnell, wirkt nicht überfrachtet (das Gegenteil ist der Fall) und lief im Test stabil. Als Engine verwendet Rekonq Webkit.

Die Entwickler weisen in der offiziellen Ankündigung auch auf Änderungen in KPackageKit hin. Tatsächlich erinnert die grafische Oberfläche jetzt mehr an das Software-Center, sieht aufgeräumter und freundlicher auf. Die nervigen Zwischendialoge und -fragen wurden offenbar reduziert – eine gute Nachricht. Und endlich, endlich kann auch KPackageKit mit Software umgehen, die bei der Installation eine Zwischenfrage bezüglich ihrer Konfiguration stellt. Bisher ließ sich solche Software lediglich über die Kommandozeile installieren. KPackageKit brach die Installation bei solchen Paketen ohne eine Fehlermeldung einfach ab. Fehlerfrei ist KPackageKit aber noch nicht. So lässt sich über die grafische Oberfläche kein Schlüssel für eine Paketquelle importieren, zudem stürzte die Software im Test gelegentlich ab. Insgesamt fühlt sich die Bedienung des Kubuntu-Desktops aber inzwischen wieder ein Stück konsistenter und flüssiger an, reagieren die grafischen Oberflächen schneller und bootet Kubuntu ziemlich fix.

Xubuntu

Die Xubuntu-Entwickler wollen das Spiel machen, indem sie einige Spieler auswechseln. Das ist bekanntlich eine valide Vorgehensweise, im Fall von Xubuntu löst Parole den Xfce4 Media Player ab, da letzteren offenbar niemand mehr betreut. Auch Brasero schicken die Macher vom Feld und ersetzen ihn durch das schlankere Xfburn, während Xfce4-Taskmanager den Job von Gnomes Taskmanager übernimmt. Scheinbar trennen sich die Entwickler hier von Gnome-Software, um die Systemperformance zu verbessern. In letzter Zeit tauchte öfters der Vorwurf auf, dass Xubuntu nicht mehr wesentlich schlanker sei als Ubuntu und Kubuntu. Die Änderungen in der 10.10 könnten eine Reaktion darauf sein.

Xubuntus Xfce-Desktop führt ansonsten aktuell die Versionsnummer 4.6.2. Die Tabellenkalkulation Gnumeric und die Textverarbeitung Abiword wurden aktualisiert. Auch am Theme haben die Entwickler gebastelt: es nennt sich Bluebird und soll etwas heller wirken als in der Version 10.04.

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