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© Oana Stoica, 123RF

Triple Feature

Kubuntu, Lubuntu und Ubuntu 10.10 installieren

Das KDE-basierte Kubuntu und das schlanke Lubuntu benutzen zwar deutlich weniger Menschen als das Flaggschiff Ubuntu, aber allen drei Ubuntus ist die einfache Installation gemeinsam. Wir zeigen, wie sie reibungslos verläuft.

Zunächst eine Warnung: Bei Installationen und Upgrades kann immer etwas schiefgehen. Sichern Sie also stets die wichtigste Daten, um später dramatische Szenen zu verhindern. Wir können beruhigend ergänzen, dass die meisten Installationen gut klappen. Nur sehr wenige Leser klagen über Probleme (dass z. B. der Bildschirm schwarz bleibt, der Bootloader kaputt ist etc.), und diese lassen sich zudem häufig lösen.

Nutzen Sie ein Windows, testen Sie alle Ubuntu-Derivate auf der Heft-DVD gefahrlos im Live-Modus. Erst wenn Sie sich explizit für eine Installation entscheiden, nisten sich Ubuntu und Co – nach ein paar Vorbereitungen – neben Ihrem Windows auf der Festplatte ein. Der dabei installierte Bootloader lässt Ihnen bei jedem Start die Wahl zwischen Windows und der installierten Distribution. Doch genug der Vorrede und ran an den Speck.

Sprung ins warme Wasser

Auf unserer Heft-DVD finden Sie unter anderem die hier getesteten Distributionen Ubuntu, Kubuntu und Lubuntu für 32- und – bis auf Lubuntu – 64-Bit-Systeme. Was die Distributionen unterscheidet, entnehmen Sie dem Artikel zur Heft-DVD.

Um die 32-Bit-Versionen zu booten, legen Sie die DVD so in das Laufwerk, dass Sie das 32-Bit-Label sehen. Nutzen Sie einen 64-Bit-Rechner drehen Sie die DVD einfach um. Nach dem Start erkennt Ihr Rechner die DVD als bootbar und Sie landen im Bootmenü. Hier wählen Sie, ob Sie die Systeme jeweils in der Live-Version starten oder direkt installieren wollen.

Bootparameter

Gibt es Probleme beim Booten, weil zum Beispiel die grafische Oberfläche der gewünschten Distribution nicht erscheint, geben Sie den Bootbefehlen doch mal die folgenden Parameter mit auf den Weg. Dazu markieren Sie den Booteintrag für das gewünschte System und drücken dann [Tab], was die Bootzeile anzeigt. Fügen Sie hinter quiet splash zum Beispiel nomodeset oder xforcevesa ein (jeweils mit einem Leerzeichen Abstand) und drücken Sie dann [Eingabe], um Ubuntu mit diesen Zusatzparametern zu booten. Nutzen Sie alte IDE-Festplatten, hilft mitunter die Bootoption ide=nodma weiter. Um den grafischen Bootschmuck Plymouth abzustellen, verwenden Sie noplymouth, weitere Bootparameter finden Sie unter [1] und [2].

Ubuntu auf Probe

Die meisten Anwender wollen sich Linux zunächst mal ansehen, bevor sie sich für eine Installation entscheiden. Kein Problem: Extra dafür bringen die drei Distributionen den Live-Modus mit. In diesem installieren sich Ubuntu und Co nicht, sondern kopieren alle nötigen Programme in den Arbeitsspeicher und führen diese von dort aus. So testen Sie im Vorfeld, ob diese Distributionen Ihre Hardware unterstützen, wie etwa Drucker, Scanner, WLAN-Karten und weitere Komponenten des Systems. Im Live-Modus reparieren Sie zudem installierte Systeme, greifen auf Ihre Windows-Partition zu (sofern die Festplatte nicht verschlüsselt ist) und surfen im Internet. In diesem Modus erstellte Dateien (ja, das geht) speichern Sie am besten auf einem USB-Stick.

Zum Thema Hardware: Nicht für alle WLAN-Karten und Modems liegen Treiber vor. Finden Sie am besten vor der Installation einer Distribution heraus, ob die Geräte laufen. Das geht, indem Sie die Gerätebezeichnung und die Distribution samt Versionsnummer googlen oder einen Blick in das Hardware-Wiki der englischsprachigen [3] oder der deutschen [4] Ubuntu-Community werfen. Einschränkungen im Live-Modus bestehen darin, dass das Booten länger dauert als bei den installierten Versionen und nicht alle Treiber zur Verfügung stehen. Insgesamt reagiert das gesamte System deutlich langsamer, für einige Anwendungen fehlt zudem eine deutsche Übersetzung.

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