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Ubuntu-News

Was sich in den letzten Monaten rund um Ubuntu getan hat, lesen Sie hier. Diesmal gibts Neues von KDE 4.6, zum Weggang des Upstart-Entwicklers Remnant und zur Integration von Qt-Apps in Ubuntu.

Upstart-Entwickler Remnant geht googeln

Entwickler Scott James Remnant, Ubuntus Desktop-Manager und Canonical-Mitarbeiter der ersten Stunde, wechselt zu Google. Remnant versichert in seinem Blog [1], dass er dem Ubuntu-Projekt als Mitglied des Technical Boards und als Kernentwickler erhalten bleibe und erwähnt nebenbei, dass er sich auch wieder als Debian-Entwickler engagiere. Zudem will sich Remnant weiter um Upstart kümmern, seinen 2006 eingeführten SysV-Init-Nachfolger. "An der neuen Version habe ich ewig gearbeitet und ich gebe jetzt nicht auf", schreibt Remnant. Zudem benutze sein neuer Arbeitgeber Upstart, zum Beispiel in Chrome OS.

Nach sieben Jahren Ubuntu wolle sich der 30-jährige Engländer einen alten Traum erfüllen und in San Francisco leben, beschreibt er die Motivation für den Wechsel. Sein Home-Office wolle er gegen einen Büroarbeitsplatz eintauschen. Nach der Tätigkeit als Release-Manager habe er zudem die Lust am reinen Programmieren neu entdeckt. Ein iPad habe ihm gezeigt, dass Desktop-Distributionen wohl nicht mehr ganz der letzte Schrei seien.

Auf der Suche nach seinem Wunscharbeitgeber sei Apple aber nicht in Frage gekommen: "Ich bewundere ihre Leistung, aber sie haben sie bereits in Stein gemeißelt – ich möchte sie übertreffen." Also wurde es Google. Was genau er dort machen will, verriet er dem Linux Pro Magazine – an Googles Chrome OS arbeiten.

KDE 4.6 ist da

Die neue Version 4.6 der KDE-Desktopumgebung wartet mit einigen Verbesserungen auf. So gilt QML nun als bevorzugte Sprache, um Miniprogramme für die Plasma-Oberfläche zu programmieren. Nokias Qt Quick soll grafisch Begabten dabei den Zugang zur GUI-Gestaltung vereinfachen.

Zu den sichtbareren Neuerungen zählt die Möglichkeit, sich Umgebungen in Form von "Activities" einzurichten. Dabei ordnet man bestimmte Anwendungen, wie etwa OpenOffice und Firefox, der Aktivität Arbeit zu. Ein Rechtsklick auf den oberen Fensterrand genügt, um eine Aktivität um eine Anwendung zu erweitern. Ein Blogeintrag [2] erklärt die Details zu den Activities.

Mobilen Geräten kommt seit KDE 4.6 eine besondere Aufmerksamkeit zu. Die Entwickler haben Bibliotheken auseinanderdividiert und Abhängigkeiten vermieden, damit andere den KDE-Desktop an Smartphones und Tablets anpassen können. In die Fingersteuerung ist ebenfalls Arbeit geflossen: Die Netbook-Oberfläche (Abbildung 1) verhält sich performanter und lässt sich besser mit Gesten bedienen, berichtet das Projekt. Auch einzelne Anwendungen wie Kontact sind nun fingerfertiger.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Netbook-Oberfläche von KDE 4.6 sieht nicht nur hübsch aus, sondern soll auch schneller reagieren.

Weitere Neuerungen verstecken sich in der Release-Ankündigung [3], die von einem neuen Bluetooth-Framework und Backup-Funktionen für Nepomuk berichtet. Zum Download bereit stehen sowohl Gesamtpakete für verschiedene Distributionen (für Kubuntu 10.10 über das PPA [4]) als auch die einzelnen Komponenten im Quellcode.

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