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Die neue Einigkeit

Ubuntu 11.04 für 32- und 64-Bit-Rechner

Nachdem Sie nun viel über Ubuntus neuen Desktop Unity gehört haben, können Sie sich nun ein Bild machen. Auf der Heft-DVD finden Sie die 32- und 64-Bit-Versionen von Ubuntu 11.04. Wir zeigen, was Sie ewartet und helfen bei den ersten Schritten.

Im Heft finden Sie eine beidseitig beschriebene DVD, die Ubuntu 11.04 in den 32- und 64-Bit-Versionen enthält. Wir erklären hier kurz, was Ubuntu ist, was Sie auf der DVD erwartet und wie Sie von dieser booten.

Was ist Ubuntu?

Ubuntu ist eine so genannte Linux-Distribution, ein Betriebssystem auf Linux-Basis. Der Distributor ist die Firma Canonical, die ihren Hauptsitz auf der "Isle of Man" hat und etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Zugleich arbeiten weltweit tausenden von freiwilligen Helfern an den Anwendungen, die Ubuntu mitbringt. Es handelt sich vorwiegend um freie Software, deren Lizenz es erlaubt, sie beliebig weiterzuentwickeln und weiterzukopieren – Sie kennen vermutlich den Browser Firefox oder das Office-Paket LibreOffice (vormals OpenOffice). Eine wichtige Bedingung für den Einsatz von freier Software besteht – grob vereinfacht – darin, dass der Quellcode allen Interessierten frei zur Verfügung gestellt werden muss.

Linux heißt eigentlich nur der Kern dieses Betriebssystems – der so genannte Linux-Kernel. Mit Linux allein können Sie noch nicht viel anfangen, denn der Kernel kümmert sich im wesentlichen um die Hardware. Canonical und die Ubuntu-Entwickler kombinieren nun diesen Kernel mit einem Desktop (Unity), sowie zahlreichen Programmen, mit denen Sie ins Internet gelangen, Briefe schreiben, Musik und Videos abspielen, Software verwalten u.v.m. Diese Programme passen die Entwickler so an, dass sie optimal mit dem Desktop zusammenarbeiten (Abbildung 1). Zwischen Kernel und Desktop gibt es noch eine Zwischenschicht aus Systemprogrammen, die beide Komponenten miteinander verbinden. Die Systemprogramme erlauben es, dass Sie vom Desktop auf Ihre Hardware zugreifen (Drucker, USB-Sticks, DVD-Laufwerke). Sie kümmern sich um die Aktualisierung der Software, verwalten die Benutzerrechte und sorgen dafür, dass das System beim Booten die Dienste schnell und in der richtigen Reihenfolge startet.

Abbildung 1

Abbildung 1: Ubuntus Entwickler kombinieren die Software aus diversen freien Projekten zu einem Betriebssystem, das einen Desktop und zahllose Anwendungen mitbringt.

Der Desktop und seine Anwendungen, die Systemprogramme und der Kernel werden meist unabhängig voneinander in individuellen Projekten entwickelt. Canonical und die Ubuntu-Entwickler bündeln diese Komponenten zu einem runden Betriebssystem und sorgen dafür, dass die Programme möglichst reibungslos miteinander kooperieren. Das Gesamtpaket ist dann die vorliegende Ubuntu-Distribution. Diese steht allen Interessierten frei zur Verfügung und lässt sich auch über das Internet herunterladen [1]. Das wird sich aufgrund der freien Lizenzen auch zukünftig nicht ändern, verspricht jedenfalls der Gründer von Ubuntu und Chef von Canonical, Mark Shuttleworth.

Der südafrikanische Multimillionär finanziert viele Ubuntu-Entwickler weltweit, noch ist Ubuntu aber ein Zuschussgeschäft. Geld verdienen will das Projekt über zusätzliche Dienste, etwa seinen Cloud-Dienst Ubuntu One oder den in Banshee integrierten Ubuntu One Music Store. Firmen und Organisationen, die Ubuntu einsetzen, können bei Bedarf Support bei Canonical kaufen. Ob diese Rechnung aufgeht, muss sich noch zeigen. Für die Nutzer ist Ubuntu jedenfalls eines der am einfachsten zu bedienenden Linux-Derivate mit einer enorm hilfsbereiten Community im Internet [2].

Alles an Bord

Welche Programme erwarten Sie nun auf der DVD? Es gibt fast alles, was Sie im Alltag brauchen. Mit LibreOffice bekommen Sie eine Bürosuite mitsamt Tabellenkalkulation, Datenbankanwendung und Textverarbeitung an die Hand. Fotos bearbeiten Sie mit Gimp und Shotwell, eigene Zeichnungen entwerfen Sie in LibreOffice Draw. Wollen Sie ins Internet, steht Firefox 4 als Browser bereit, Evolution holt die E-Mails ab und Gwibber versorgt Sie mit Twitterfeeds. IRC, ICQ, Facebook und Co. nutzen Sie über den Empathy-Client. Mit Transmission bringt Ubuntu auch einen ausgefeilten P2P-Client mit. Nicht zuletzt nutzen Sie mit Banshee und Totem einen Audio- und Videoplayer und brennen CDs und DVDs mit Brasero. Neben diesen vorinstallierten Programmen finden Sie noch tausende interessante Anwendungen im Internet, die Sie über eine zentrale Softwareverwaltung einspielen. Dazu gehören auch Programme ohne freien Quellcode, wie Google Earth (Abbildung 2), der Flash Player, Chrome und Nero für Linux.

Abbildung 2

Abbildung 2: Zu den Anwendungen, die unter Ubuntu laufen, gehören auch proprietäre Programme wie Google Earth und der Flash Player.

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