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Geführte Tour / Rechenintensiv

Computergeschichten / Tabellenkalkulation

H. R. Wielands Schwarte Computergeschichte(n) -- nicht nur für Geeks will sich auch an technisch weniger interessierte Leser richten. Tatsächlich wechseln sich zahlreiche historische Anekdoten mit praktischen Programmierbeispielen ab. In den extra ausgewiesenen Praxis-Kapiteln zeigt der Autor, wie Sie zum Beispiel die Astronomiesoftware Stellarium skripten oder die IBM Großrechensimulation Turnkey MVS auf einem handelsüblichen PC installieren.

Wieland will mit seinem Buch alle Bereiche der Computerentwicklung abdecken und liefert daher eine erschlagende Materialvielfalt aus den Bereichen Hardware, Software, Computerspiele und Netzwerke. Er kommt von den antiken Rechenhilfen und -maschinen über Leibniz, Babbage, Zuse und Hopper zu den PCs und Rechen-Clustern der Gegenwart. Es folgt die Geschichte der Software von Lady Ada bis F#. Linux und Ubuntu tauchen in der Vorstellung alternativer Computersysteme auf, der Autor zeigt sogar, wie man ein Ubuntu installiert. Auch ein Kapitel zur Geschichte der Computerspiele darf nicht fehlend. Das Buch wirft auch einen Blick in die Zukunft, wobei es hier – neben Quantenrechnern – eher aktuelle Entwicklungen wie Virtualisierung oder Cloud Computing bespricht.

Überspringen Sie die zum Teil anspruchsvollen Rechenübungen, Programmierexkurse und Installationsanleitungen, bietet das Buch einen umfangreichen Eindruck von der Entwicklung der Computer und ihrer Ökosysteme. Wielands wilder Ritt durch die noch junge Geschichte der Computer wirkt aufgrund des massiven Themenspektrums mitunter etwas hektisch. Die präsentierten Andekdoten sind zwar interessant, bleiben aber generisch – Wieland ist kein Simon Singh. Er konzentriert sich lieber auf die technischen Details, stellt die einzelnen Exponate vor und will dem Leser zeigen: Das alles ist verstehbar und anfassbar, man kann es sogar zu Hause nachbauen.

Fazit: Im Schlepptau von "Coding for fun" will Galileo Computing die zum Teil recht erschöpfenden Technikschilderungen und mathematischen Exerzitien mit Hilfe lockerer Sprüche als Fun verkaufen. Das soll Zielgruppen außerhalb der Geek-Kultur ansprechen, wirkt aber eher fehl am Platz. Denn Computergeschichte(n) bietet keine leichtverdauliche Darstellung der Rechnerhistorie an, sondern gleicht eher einem informativen Gang durchs Computermuseum mit pädagogischer Absicht – und das ist doch auch was. (kki)

Buchinfo 1

H. R. Wieland: Computergeschichte(n) – nicht nur für Geeks. Galileo Computing, 2011, 605 Seiten, Klappbroschur, ISBN: 978-3-8362-1527-5, 29,90 Euro Buch 24,90 Euro Online-Ausgabe

Openwas? Sicher, das Buch "Tabellenkalkulation mit OpenOffice.org 3" von Jörg Schmidt ist nicht mehr taufrisch (es stammt aus dem Jahr 2009). Es wird aber von LibreOffice-Entwicklern empfohlen, wenn man sich nach einer kompetenten Einführung in die Tabellenkalkulation erkundigt. Auch wenn OpenOffice inzwischen LibreOffice heißt, hat das Buch kaum an Aktualität eingebüßt, denn auch LibreOffice liegt nach wie vor in Version 3 vor.

Den Fokus legt das Buch auf den Umgang mit dem Tabellendokument selbst, mit Funktionen und Formeln sowie mit Makros. Da letztere in Excel und Calc unterschiedlich funktionieren, dürfte dieses Kapitel dabei helfen, vorhandene Excel-Vorlagen fit für den LibreOffice-Einsatz zu machen. Zwar kann Calc inzwischen den Visual-Basic-Code von Excel-Makros ausführen, diese Entwicklung steckt aber noch in den Kinderschuhen. Oft bleibt nichts anderes übrig, als die Makros manuell anzupassen.

Das Kapitel zum Tabellendokument selbst zeigt, wie Sie mit Vorlagen arbeiten, wie Tabellen und Zellen ticken, wie Sie Dokumente importieren, exportieren und ausdrucken. Sie lernen, Objekte einzufügen und Makros für das Dokument zu schreiben. Unverzichtbares Utensil beim beliebten Powerpoint-Karaoke sind auch Diagramme: Ein eigenes Kapitel zeigt, wie Sie Ihre Daten in Diagramme kippen. Es stellt verschiedene Diagrammtypen vor und demonstriert, wie Sie diese im Detail anpassen.

Nach einer allgemein gehaltenen Einführung in das Thema Formeln und Funktionen, in welcher der Autor u. a. den Funktionsassistent und Matrixformeln vorstellt, folgt ein Kapitel, das Funktionen im Detail beleuchtet. Welche Datenbank- und finanzmathematischen Funktionen gibt es, wie steht es um die Datums- und Zeitfunktionen? Auch die im Alltag häufig benötigten mathematischen Funktionen lernen Sie kennen.

Fazit: Im Gegensatz zu anderen Büchern, die gern gleich das komplette Office-Paket vorstellen, konzentriert sich Schmidts Buch auf eine spezifische Anwendung: Calc. Das ist bei einem Programm mit dieser Menge an Funktionen sicher der richtige Weg. Denn während sich Microsofts Excel und Calc im Funktionsumfang nicht so stark unterscheiden, erreichen die Anwender in Calc ihr Ziel oft auf einem anderen Weg. Insofern empfiehlt sich das Calc-Buch unter anderem als gelungener Einstieg in den Excel-Ausstieg.

Buchinfo 2

Jörg Schmidt: Tabellenkalkulation mit OpenOffice.irg 3. Galileo Computing, 2009, 570 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8362-1303-5, 34,90 Euro Buch 29,90 Euro Online-Ausgabe

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