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© Franck Boston, 123RF

Ab ins Netz

Nach der Installation

Nach dem Installieren bringen Sie Ihr installiertes Ubuntu-Derivat nicht nur ins Internet, sondern spielen auch anstehende Updates ein.

Ubuntu und seine Derivate kommen nicht fertig zu Ihnen ins Haus, was jedoch für alle Betriebssysteme gilt. Nach dem offiziellen Release bügeln die Entwickler Fehler in der Software aus und schließen Sicherheitslücken. Die integrierte Aktualisierungsverwaltung sorgt dafür, dass Ihr System Patches installiert und so stets auf dem neuesten Stand bleibt. Anhand von Paketlisten prüft die Software, welche Aktualisierungen Ihre Programme betreffen (Abbildung 1), lädt diese herunter und installiert sie.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Aktualisierungsverwaltung zeigt unter Ubuntu an, welche Pakete sich updaten lassen. Klicken Sie auf "Aktualisierungen installieren", lädt Ubuntu die vorhandenen Patches aus dem Internet herunter und spielt sie ein.

Neue Versionen einer Software spielen die Entwickler dabei in der Regel nicht ein, da bereits sechs Monate später die nächste Ubuntu-Version erscheint. Ausnahmen bilden Stable Release Updates (SRUs), die kritische Bugs beheben, welche zu Systemabstürzen führen und Datenverlust verursachen.

Wollen Sie dennoch die neueste Version eines vorinstallierten Programms verwenden, beziehen Sie diese entweder offiziell über die Backports oder Sie holen nicht unterstützte Versionen aus den externen Paketquellen und Personal Package Archives – kurz PPAs.

Bei den Backports handelt es sich um externe Paketquellen des Ubuntu-Projekts, die offiziell neuere Versionen bestimmter Software anbieten. Um sie zu aktivieren, rufen Sie unter Ubuntu das Software-Center auf, wählen Bearbeiten | Software-Paketquellen und setzen im Register Aktualisierungen ein Häkchen bei Nicht unterstützte Aktualisierungen (natty-backports) (Abbildung 2). Unter Kubuntu gelangen Sie in dasselbe Register, indem Sie in KPackagekit auf Einstellungen | Quelle bearbeiten klicken.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die neben externen Paketquellen und PPAs liefern auch die Backports in einigen Fällen neuere Versionen installierter Programme aus.

Wo Sie schon einmal hier sind: Den Eintrag Vorab veröffentlichte Aktualisierungen (natty-proposed) sollten Sie nur auswählen, wenn Sie einverstanden sind, dass potenziell fehlerhafte Software auf Ihrem Rechner landet. Updates auf dem Proposed-Quellen befinden sich noch in der Testphase und gefährden unter Umständen die Stabilität des Systems.

Im selben Reiter legen Sie auch fest, wie oft Sie nach Aktualisierungen suchen. Soll Ihr System sicher bleiben, wählen Sie täglich und Sicherheitsaktualisierungen ohne Bestätigung installieren. Nicht zuletzt ändern Sie bei Bedarf auch den Server, von dem Ubuntu und Co. ihre Updates beziehen. Dazu wechseln Sie zum Reiter Software von Ubuntu und wählen bei Herunterladen von einen anderen Server aus.

Wie aber erfahren Sie, dass es neue Updates gibt? Unter Ubuntu öffnet sich in schöner Regelmäßigkeit das Fenster der Aktualisierungsverwaltung und zeigt die aktualisierbaren Pakete an. Sie klicken dann auf Prüfen, um auch die allerneusten Updates nicht zu verpassen. Dann wählen Sie Aktualisierungen installieren.

Unter Kubuntu gibt die Benachrichtigungsanzeige im Systembereich Laut, sobald neue Updates anstehen. Alternativ rufen Sie KPackagekit auf, wählen Softwareaktualisierung und klicken auf Nach neuen Aktualisierungen suchen. Dann setzen Sie ein Häkchen beim obersten Kästchen, um alle Änderungen zu markieren und spielen diese über Anwenden auf den Rechner.

Das Henne-Ei-Problem

Um die Updates für Ubuntu 11.04 zu beziehen, brauchen Sie einen Zugang zum Internet. Der NetworkManager (oder Netzwerk-Manager im Software-Center) hilft bei der Konfiguration. Er erkennt, ob Sie über ein Kabel oder eine WLAN-Karte ins Internet wollen und lässt Sie DSL- und UMTS-Verbindungen einrichten.

Ihn repräsentiert ein kleines Applet oben rechts im Panel. Nutzen Sie eine WLAN-Karte, sehen Sie dort ein wellenförmiges Icon (Abbildung 3), bei Kabelverbindungen erscheinen zwei gegenläufige Pfeile. Unter Kubuntu kommt KnetworkManager zum Einsatz, den unten rechts im Panel das Icon einer Netzwerkbuchse repräsentiert (Abbildung 4).

Abbildung 3

Abbildung 3: Im NetworkManager sorgen Sie dafür, dass Sie per UMTS, WLAN, DSL-Modem oder auch per Kabel den Weg ins Internet finden.

Abbildung 4

Abbildung 4: Der KnetworkManager sieht schick aus und verfügt über ähnliche Fähigkeiten wie der NetworkManager von Gnome.

Stoßen Sie bei der Konfiguration von WLAN-Karten, DSL-Modems oder UMTS-Sticks auf Schwierigkeiten, weil (K)NetworkManager die Geräte oder Provider nicht findet, verbinden Sie den Rechner behelfsmäßig über ein Netzwerkkabel mit Ihrem WLAN-Router bzw. normalen Router – das funktioniert eigentlich immer.

Verkabelt (Kabel)

WLAN-Router verfügen meist über Eingänge für Netzwerkkabel. Sofern der Router IP-Adressen im internen Netzwerk per DHCP automatisch verteilt (was meist der Fall ist), stellen der NetworkManager und KnetworkManager automatisch eine Verbindung her, sobald Sie den Rechner verkabeln.

Um herauszufinden, welche IP-Adresse der Router Ihrem Rechner zuweist, klicken Sie unter Ubuntu auf das Icon für den NetworkManager oben im Panel und wählen Verbindungsinformationen (Abbildung 5). Unter Kubuntu klicken Sie auf das Icon des KnetworkManager im Systembereich, dann unter Schnittstellen auf die gerade verbundene Schnittstelle. Die IP-Adresse des Routers, der sich oft über ein Browser-Interface einrichten lässt, finden Sie heraus, indem Sie eine Kommandozeile aufrufen und route -n eingeben. Die letzte Adresse in der Spalte Router verrät die IP-Adresse, welche Sie dann in die URL-Leiste des Browsers eintippen.

Abbildung 5

Abbildung 5: Ein Mausklick auf das NetworkManager-Icon enthüllt unter Ubuntu, welche IP-Adresse der Router an den Rechner vergeben hat.

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