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Newbuntu

Head-up-Display, CouchDB, Non-PAE-Kernel, Ubuntu TV

In den News: Neue Entwicklungen rund um Ubuntu.

Ubuntu 12.04 mit Head-up-Display

Bisher kennt man sie hauptsächlich von Kampfpiloten: Helme mit Displays, in die Informationen eingeblendet werden. Nun soll auch Ubuntu ein HUD (Abkürzung für Head-up-Display) erhalten (Abbildung 1). Die Innovation kündigte Ubuntus Hauptsponsor Mark Shuttleworth in seinem Blog an [1]. Das Ganze ist nicht nur eine Idee, sondern nimmt bereits konkrete Formen an. Das HUD lässt sich über ein PPA bereits in einer Vorabversion installieren, eine erste Version soll mit Ubuntu 12.04 erscheinen.

Abbildung 1

Abbildung 1: HUD ist ein neues Ubuntu-Projekt, das ein Head-up-Display für den Desktop implementieren will. Das kann die Menüs von Programm ersetzen.

Das HUD besteht aus einem transparenten Fenster, das sich vom oberen Bildschirmrand über die Arbeitsfläche schiebt, sobald Sie [Alt] drücken. In dem Fenster wartet eine Eingabezeile, in die Sie eingeben, was das Programm tun soll. Das HUD kennt sämtliche Menüeinträge der gerade verwendeten Anwendung. Nutzen Sie etwa Gimp und geben "gauss" ein, schlägt das HUD den Menüeintrag "Gausscher Unschärfefilter" vor. Gerade für Anwendungen mit langen verschachtelten Menüs bietet das HUD also enorme Vorteile.

Zukünftig soll die Software noch mehr können. Sie soll Menüaufrufe per Sprache erkennen und Eingaben auch dann verstehen, wenn diese nicht exakt den Namen der Anwendung oder des Menüpunkts treffen (fuzzy matching). So würde auch die Eingabe von "unscharf" anbieten, den "Gausschen Unschärfefilter" aufzurufen. Mark Shuttlworth spricht daher von einem "Intenterface", einem Kunstwort, das sich aus "Intention" und "Interface" zusammensetzt. Das HUD soll zudem lernfähig sein und sich merken, was der User am häufigsten eintippt.

Während erste Früchte des HUD bereits in Ubuntu 12.04 auftauchen sollen, glaubt Shuttleworth, dass es innerhalb der nächsten zwei Jahre reifen werde. Ersten Code gibt es bereits, er lässt sich für die Vorabversion von Ubuntu 12.04 über ein PPA installieren:

$ sudo add-apt-repository ppa:unity-team/hud
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get dist-upgrade

Wer mehr Details zum HUD erfahren will, schaut sich am besten ein Video dazu an [2].

Ubuntu One verabschiedet sich von CouchDB

Es ist eine einschneidende Entscheidung, die für die Ubuntu-One-Entwickler aber offenbar unumgänglich war: Das Projekt verabschiedete sich offiziell von seiner NoSQL-Datenbank-Lösung CouchDB. Das Hauptproblem bestand nach Aussage der Entwickler [3] in der mangelnden Skalierbarkeit.

Der Dienst verwende auf schlanken Rechnern zu viele Ressourcen und komme am anderen Ende nicht mit den Millionen von Anwendern und den großen Datenbanken klar, die in Ubuntus Rechenzentren laufen. Würden in Zukunft tatsächlich viele Millionen Anwender Ubuntu verwenden, könnte sich das als ernsthaftes Problem herausstellen.

Offenbar will man sich von der Lösung verabschieden, bevor Ubuntu One einen Level an Nutzern erreicht, der diesen Schritt unmöglich macht. Ersetzen soll CouchDB eine eigene Datenbanklösung. Ihr Arbeitsname lautet U1DB, ansonsten sind abgesehen von einem Launchpad-Eintrag [4] noch nicht viele Details bekannt. Zur Veröffentlichung von Ubuntu 12.04 soll lediglich eine Referenzimplementierung in Python fertig sein, insofern darf man gespannt sein, wie gut oder schlecht Ubuntu One in 12.04 funktionieren wird.

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