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© Raoul Fesquet, Fotolia.com

End of life

Editorial

Editorial im Ubuntu User 02/2013.

Bei Linux-Distributionen ist die Sache klar: Ubuntu 11.10 wird ab April 2013 keinen Support mehr erhalten - der englischsprachige Begriff für solche Software-Verfallsdaten heißt "end of life". Im Falle von Ubuntu bedeutet das gewöhnlich, dass es eine oder sogar mehrere neue Versionen gibt, um die alte zu ersetzen. Bei Zeitschriften gibt es diesen Terminus nicht, denn die haben üblicherweise kein festgelegtes Verfallsdatum - sie werden irgendwann eingestellt. Insofern macht es mich ein wenig traurig zu berichten, dass Sie gerade die letzte Ausgabe des Ubuntu User in den Händen halten.

Der Ubuntu User ging ursprünglich aus einem Sonderheft des Linux-Magazins hervor und blieb bis heute die einzige kommerzielle Ubuntu-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum. Die Gründe, den Ubuntu User einzustellen, sind vielfältig, aber letztlich wirtschaftlicher Natur. Und sie sagen wenig bis nichts darüber aus, wie es um die Zukunft des Betriebssystems Ubuntu bestellt ist.

Als ein Verlag, der noch weitere Linux-Zeitschriften herausgibt, berichten wir auch in Zukunft über Ubuntu - wenn auch nicht mehr in einem eigenen Heft. So wird die Schwesterzeitschrift LinuxUser die Berichterstattung über Ubuntu ausbauen (mehr dazu im Kasten An die Abonnenten). Gerade im Ubuntu-Bereich werden Sie auch im Internet bestens versorgt. Nicht nur gibt es das gut bestückte Wiki von Ubuntuusers.de mitsamt Foren und Newssektion, auch das englischsprachige Ubuntu-Wiki hält ausgezeichnete Artikel bereit. Insofern geht Ihnen der Lesestoff sicherlich nicht aus.

An die Abonnenten

Haben Sie den Ubuntu User abonniert, müssen Sie nichts weiter tun. Sie erhalten demnächst Post vom Verlag, sofern die bei uns hinterlegte Adresse aktuell ist. Wir haben uns speziell für Sie ein Angebot überlegt, von dem wir hoffen, dass es Sie interessiert.

Ansonsten bleibe ich bei meiner Einschätzung, nach der sich Ubuntu gerade in einer Umbruchphase befindet. Haben nur einige der vielen Pläne für das Betriebssystem Erfolg (Ubuntu for Phones, Cloud, Apps, Spiele, Tablets, Ubuntu TV, um nur einige zu nennen), könnte Ubuntu in Zukunft deutlich wachsen. Eine Garantie gibt es nicht, aber ich persönlich drücke dem Projekt weiterhin die Daumen und hoffe, dass es auch im Zuge der Kommerzialisierung die Interessen seiner Nutzer nicht vergisst.

Ich selbst mache als Redakteur beim Linux-Magazin weiter und werde Ubuntu auch in Zukunft im Auge behalten, wenn auch nicht als einziges Thema. Ich danke abschließend allen Lesern, Autoren und Mitarbeitern, die den Ubuntu User in den letzten drei Jahren begleitet haben, und wünsche viel Vergnügen mit dem aktuellen Heft und dem wohl besten Betriebssystem der Welt.

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