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Nummer 6 lebt

Ubuntu-Konferenz in Berlin

In Berlin fand am 20. und 21. Oktober die mittlerweile sechste Ubucon statt. Sie behauptet ihre Position als wichtiges Community- und Entwicklertreffen rund um Ubuntu, auch wenn sie kleiner als die vorherige Ubucon war.

Wenn es früh dämmert, die Tage kürzer werden und das Laub von den Bäumen fällt, steht die Ubucon [1] vor der Tür. In diesem Jahr versammelten sich die Freunde des Ubuntu-Betriebssystems in Berlin. Als Veranstaltungsort konnten die Organisatoren quasi in letzter Minute die Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur gewinnen. Die befindet sich praktischerweise direkt an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte, weshalb einige Konferenzteilnehmer das Programm bequem mit einem Sightseeing-Trip verbinden konnten.

Die mittlerweile sechste Ubucon ist zwar im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft, hat aber nichts an Qualität eingebüßt und zeichnete sich auch 2012 durch spannende Vorträge und Workshops aus. Da der Nachwuchsmangel dem Ubuntu Deutschland e.V. zu schaffen macht, wurde bereits im Vorjahr ausgiebig darüber diskutiert, ob die Ubucon 2012 überhaupt stattfinden kann. Das macht bereits ihre bloße Existenz zu einem Erfolg.

Prioritätenverschiebung

Auf dem Event selbst fiel die veränderte Balance zwischen Workshops und Vorträgen auf: Gab es im letzten Jahr noch 13 Vorträge, kletterte deren Anzahl in diesem Jahr auf beinahe 20 – dabei fanden am Freitag keine Veranstaltungen statt. Dies ging zu Lasten der Workshops, deren Zahl von 11 auf 7 sank. Qualitativ gab es jedoch nichts zu bemängeln: Das Programm erwies sich als rund, informativ, lehrreich – und außerdem gut besucht.

Und noch eine weitere Änderung war zu beobachten. In der Vergangenheit blieben die Inhalte auf der Ubucon eher im Allgemeinen, und drehten sich grob um die Themen Freie und Open-Source-Software. Diesmal waren mehr Ubuntu-spezifische Veranstaltungen dabei. Zum Beispiel ging es sowohl um die strategische Ausrichtung als auch um die Entwicklungspläne für Ubuntu von Seiten Canonicals. Daneben diskutierten Teilnehmer über den Einsatz der Distribution im professionellen Umfeld, denn Ubuntu positioniert sich zunehmend als Unternehmensdesktop.

Strictly Business

Eine weitere logische Neuerung war der Business Talk, zu dem es – als einzige Veranstaltung – im Vorfeld keine detaillierten Informationen gab. Thematisiert wurden hier unter anderem Fragen zu Marktanteilen, Vermarktungsstrategien und der Nachhaltigkeit von Ubuntu sowie Freier und Open-Source-Software generell. Die Besucher zeigten sich mit der Veranstaltung zufrieden und beurteilten den Talk als gelungene Neuerung. Das ließ sich vor allem auf die Möglichkeit zurückführen, über den rein technischen Tellerrand zu schauen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Ubucon bringt jedes Jahr von neuem Menschen zusammen, die sich für Ubuntu, aber auch Linux generell, interessieren.

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