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Der Wal taucht auf

Alpha 1 von Ubuntu 11.04 "Natty Narwhal"

03.12.2010

Die erste Entwicklerversion von Ubuntu 11.04 steht zum Download bereit. Natty Narwhal - so der Codename des neuen Ubuntu - setzt nun standardmäßig auf den Unity-Desktops. Wir werfen einen Blick auf die Alpha.

Die gestern Abend veröffentlichte Version richtet sich vor allem an Entwickler und ist zur Zeit noch fehlerbehaftet. Sie sollte nicht auf Produktivsystemen zum Einsatz kommen. Die Entwickler von Xubuntu kündigten in der Release Note an, aufgrund der Abhängigkeit von Xfce bei Gnome 2 zu bleiben. Auch Ubuntu Studio trennt sich noch nicht von Gnome 2, erwartet aber, dass es aufgrund der Einführung von Gnome 3 zu Problemen kommt.

unity1

Zu den bisher bekannten Fehlern in der Alpha gehört, dass Ubuntu die Drahtlosverbindungen kappt, wenn man auf eine virtuelle Konsole wechselt. Es gibt zudem Problem mit dem Gnome-Panel, wenn man einen Rechner aktualisiert, auf dem das klassische Gnome. Dazu weiter unten mehr. Der Wubi-Installer auf der Live-CD funktioniert nicht und es gibt Probleme mit der Cloud-Datenbank CouchDB. Es gibt noch zahlreiche weitere Probleme, über die der Bugtracker auf Launchpad informiert.

Als Kernel kommt die Version 2.6.37 zum Einsatz, die bis zum Release-Termin auf 2.6.38 klettern soll. Da Unity nun auch auf dem Desktop zum Einsatz kommt, gibt es keine eigene Netbook Edition mehr. In Ubuntus Loginmanager kann man zur Zeit zwischen Unity Desktop Edition und Ubuntu Classic Desktop wählen, bei letzterem handelt es sich um das klassische Gnome. Während Ubuntu Classic alle Grafikkarten und -treiber unterstützt, benötigt man für Unity eine funktionierende 3-D-Beschleunigung. Unklar ist, ob der duale Modus bis zur fertigen Release Bestand hat.

Unity Places wurde noch nicht implementiert, dafür gibt es vorübergehend ein Ubuntu-Menü in der oberen linken Ecke. Was hingegen schon funktioniert, ist Unity Launcher. Dabei handelt es sich um die linke Seitenleiste, auf der sich die Menüs zum Starten von Anwendungen befinden. Geöffnete Anwendungen kennzeichnet der Launcher aber nach wie vor unzureichend und das Aufrufen eines Schnellstarters über [Alt]+[F2] funktioniert zur Zeit noch nicht. Banshees Hauptfenster ragt links über den Launcher hinaus, wenn die Software nicht in voller Größe betreibt. Hier dürfte sich in den kommenden Entwicklerversionen einiges tun.

bansh

In einem kurzen Test führten wir über den Befehl sudo update-manager -d ein Upgrade von Ubuntu 10.10 auf Ubuntu 11.04 durch. Das lief glatt, anschließend landeten wir wieder auf dem klassischen Gnome-Desktop - allerdings fehlten die Panels. Auch [Alt]+[F2] funktionierte nicht. Als Workaround kann man über das Kontextmenü der rechten Maustaste einen Starter für Xterm anlegen, der Befehl zum Aufrufen lautet xterm. Dann lassen sich über den Befehl gnome-panels die Leisten zurück auf den Bildschirm holen.

Wer das neue Ubuntu herunterladen will, benutzt am besten die folgenden Links. Die ISO-Dateien sind noch zu groß, um auf eine CD zu passen, man muss sie also als Abbilddateien auf eine DVD oder einen USB-Stick schreiben.

(Diese News stammt von der Zeitschrift Ubuntu User)

( Kristian Kißling)