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Wal mit Fehlern

Bugs in Ubuntu 11.04 Beta 1

06.04.2011

Die erste Beta von Ubuntu 11.04 ist seit letzter Woche verfügbar. Für die Entwickler gibt es bis zur finalen Release noch einiges zu tun. Wir haben uns die Beta angesehen und stellen einige der vorhandenen Fehler vor.

Fehler in einer Beta-Version sind nichts Ungewöhnliches, das gilt auch für die Beta 1 von Ubuntu 11.04. Tauchen Sie in Canonicals Release Notes auf, stehen die Chancen aber nicht schlecht, dass Entwickler sie bis zur Veröffentlichung Ende April fixen. Die Fehlerbeschreibungen verweisen zudem auf die spezifischen Bug Reports, was es Anwendern erleichtert, eine Lösung bzw. zumindest einen Workaround zu finden. Wir haben uns die Liste angesehen.

launcher

Beta 1: Verschiedene Fehler bringen Unity noch regelmäßig zum Absturz.

Zunächst zur Grafik: Einige proprietäre Nvidia-Treiber kollidieren zur Zeit mit dem grafischen Bootloader Plymouth. Bleibt der Bildschirm beim Start des Rechners schwarz, kann man als Workaround vor dem Booten im Grub-Bootmenü die Einträge "quiet" und "splash" löschen, was Plymouth offenbar außer Kraft setzt. Zudem erkennt der proprietäre Treiber unter Umständen nicht den zweiten Bildschirm. Nvidia-Karten mit dem 8600-GTS-Chipsatz haben Probleme mit dem proprietären Treiber, der die Hardware dieser Karten falsch einschätzt. Ein weiterer Fehler betrifft den freien Nvidia-Treiber Noveau. Der steckt jetzt in der "libdrm-nouveau1a", die - wenn man Pech hat - mit "libdrm"-Bibliotheken aus externen Paketquellen kollidieren kann.

Eine gute Nachricht für ATI-Karten: Es gibt nun einen proprietären Treiber. Die schlechte Nachricht: Er lässt sich noch nicht automatisch über Jockey installieren und funktioniert zudem noch nicht mit Unity und Compiz. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit bleiben, das regelmäßige Einspielen von Updates hilft hier. Apropos Unity: Die neue grafische Oberfläche von Ubuntu stürzt dank einiger Bugs noch immer regelmäßig ab, in seltenen Fällen werden die Fenster unsichtbar.

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Beta 1: Über das Dash lässt sich in Unity nach Anwendungen suchen.

Nutzt man ein System ohne 3-D-Support, fehlt in der Live-Version des klassischen Gnome das Gnome-Panel. Das lässt sich über [Alt]+[F2] und die Eingabe von "gnome-panel --replace" zurück auf den Bildschirm holen. Das klassische Panel hat zudem mitunter Probleme, die Panel Applets zu laden. Haben Sie die Vorabversion von Ubuntu 11.04 auf einem Rechner ohne 3-D-Fähigkeit installiert, wählen Sie im Anmeldemanager als Sitzung "Ubuntu Classic (no effects)" aus.

Es gibt noch weitere Bugs. Der SWAP-Bereich lässt sich zur Zeit nicht nutzen, weil das System die UUID falsch setzt. Die Ubuntu-Beta hat Probleme beim Entschlüsseln von Festplatten über Cryptsetup, weil sich der Bootprompt beim Eintippen eines Zeichens stets verdoppelt. Der grafische Installer Ubiquity schwächelt noch an einigen Stellen und ein Booten vom USB-Stick dauert auf einigen Systeme eine gute halbe Stunde. Ältere ISOs auf einen USB-Stick zu packen, erweist sich oft auch als problematisch, mit Ubuntu-Versionen bis Ubuntu 10.04.2 haben die "Startmedienersteller" von Ubuntu 10.10 und 11.04 aktuell Schwierigkeiten. Damit die beim Booten starten, muss man "help" eingeben und [Enter] drücken. Banshee liegt nun in Version 1.9.5 vor und ist in das globale Menü integriert. Nach dem Start der Software findet Ubuntu jedoch keine anderen externe Medienabspieler mehr, die per USB-Port am Rechner hängen - dafür gibt es bereits eine Korrektur.

banshee

Beta 1: Nach dem Start von Banshee tauchen bestimmte externe Media Player nicht mehr auf.

Leider liegt die vollständige Liste der Fehler bisher nur auf Englisch vor. Es macht aber Sinn, sich dort vor der Installation der Beta über Probleme zu informieren. Die meisten Einträge sind mit einem passenden Bug-Report verlinkt. Ohnehin gehört die Beta noch nicht auf ein Produktivsystem, das fertige Ubuntu 11.04 erscheint erst Ende April. Wer die Beta dennoch testen will, findet hier das Image. Noch eine Warnung für Anwender, die den Wubi-Installer nutzen, der Ubuntu unter Windows installiert. Die Software überschreibt zur Zeit den Bootloader, man sitzt also nach dem Neustart vor einem schwarzen Bildschirm.

( Kristian Kißling)