Weltverbesserer gesucht

Mozilla und Shuttleworth verlängern Bewerbungsfrist

27.08.2010

Die Mozilla- und die Shuttleworth-Foundation wollen einen Vollzeit-Aktivisten finanzieren, dessen Projekt Bildung und das offene Internet voranbringt. Zur Bewerbung gehört darzustellen, wie die Welt durch das Projekt besser wird.

Eigentlich sollte das im Mai bekanntgegebene gemeinsame Stipendium von Mozilla und der Shuttleworth Foundation im Juli unter die Haube kommen. Die bisher eingereichten Projekte seien zwar vielversprechend, lässt Mozilla wissen. Bisher habe sich jedoch keine geeignete Bewerbung gefunden. Daher verlängern die Partner jetzt die Bewerbungsfrist bis zum 17. Oktober. Ende des Jahres soll der Stipendiat feststehen.

Die Höhe des Stipendiums ist nicht genau beziffert, soll aber einem Jahresgehalt entsprechen und zusätzliche Kooperationsleistungen bereitstellen. Entsprechend erwarten die Förderer, dass sich der Stipendiat ein Jahr lang in Vollzeit um sein Projekt kümmert. Der Stipendiat kann von überall aus arbeiten. Aus ungenannten Gründen gibt Mozilla an, dass Bewerber aus Europa und Brasilien besonders erwünscht sind. Gesucht sind Menschen, die nach Angaben der Förderer "neue Herangehensweisen entwickeln, wie Menschen das offene Web voranbringen". Die Projekte sollen sich an offene Technologien und Partizipation - wie die Open-Source-Philosophie - anlehnen, aber keine Programmierprojekte sein. Zu den gewünschten Dokumenten gehört eine Beschreibung, wie der Bewerber die Welt und das Internet derzeit sieht, und welche Veränderung das Projekt bewirken wird.

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Eine Skizze wird nicht reichen: Der Bewerber muss sich kräftig ins Zeug legen, um seine Vision zu operatonalisieren. (Grafik: CC Mark Surman, Mozilla Foundation)

Die Fristverlängerung ist nicht nur für neue Bewerber gedacht, sondern soll auch den bisherigen ermöglichen, ihre Bewerbung zu überarbeiten. Bei der ersten Bewerbungsrunde habe sich herausgestellt, dass die Bewerber mehr Mühe verwenden sollten

  • auf die Darstellung ihrer eigenen Person, ihrer Biographie und ihrer Vision;
  • auf die Einbeziehung möglichst vieler "echter" Menschen;
  • auf eine Projektidee, die einen Hybriden darstellt aus Bildung und Internet ("Bildungsinitiativen, die eine Webseite haben, sind nicht das Richtige. Einfach Software für den Bildungsbereich zu schreiben auch nicht");
  • auf eine klare Roadmap ("Vielversprechende Ideen sind super. Aber durchdachte Strategien und Pläne sind besser");
  • sowie nach Möglichkeit auf ein Bewerbungsvideo ("Und wenn es nur die in die Webcam gesprochene Projekterklärung ist"). Als Anregung werden die Videos der bisherigen Shuttleworth-Stipendiaten empfohlen.

Weitere Informationen zum Vorgehen enthält die Meldung bei Mozilla.org. Mit dem eigentlichen Stipendium verbindet die Mozilla Foundation weitere Förderungchancen wie zum Beispiel kleinere Zahlungen oder Fahrtkostensponsorings für Mozillas Aktivistenkonferenz Drumbeat Festival.

( Anika Kehrer)