Limux 4

Update für Münchens IT

19.08.2011

Die bayerische Landeshauptstadt kann einen weiteren Meilenstein bei der Etablierung ihrer Linux-Lösung vorweisen: Seit dem 16. August steht der Limux-Client in seiner vierten Version zur Verfügung.

Mit dem jetzt vorgestellten Limux-Client 4.0 kann auch die IT der Stadtverwaltung München auf ein vergleichsweise aktuelles Linux-Betriebssystem zurückgreifen, das auf Ubuntu 10.04 basiert und KDE 3.5, Open Office 3.2.1, neuere Firefox- und Thunderbird-Versionen sowie das selbst entwickelte Vorlagen- und Format-Verwaltungswerkzeug Wollmux (Version 11.2) mitbringt.

Release-Manager Robert Jähne bezeichnet die neue Version in einer Pressemitteilung als das "umfangreichste Paket, das wir hier in München zusammengestellt, angepasst und getestet haben". Ihm zufolge bringt es die Landeshauptstadt ein großes Stück näher an die LTS-Distribution von Ubuntu. Bis vor wenigen Jahren hatte Limux noch auf "reinem" Debian basiert, seit einigen Monaten jedoch dient Canonicals Linux als Basis, was auf einen Schlag zahlreiche aktuellere Pakete auf die Desktops brachte und viele Probleme, zum Beispiel bei der Hardwareunterstützung löste. Auch das neue Projektmanagement von IBM soll dem Projekt gut getan haben, berichten Stimmen aus der Behörde (Linux-Magazin Online berichtete).

Noch im Juli hatte die IT ein internes "Bergfest" gefeiert, als mehr als die Hälfte der Desktop-PCs auf Linux migriert waren. Heute werkeln knapp 7000 Arbeitsplätze auf Linux, Microsoft Office ist laut Pressemitteilung mittlerweile fast vollständig von den Rechnern verschwunden. Bis Ende 2013 peilen die Administratoren an, rund 80 Prozent der insgesamt rund 15000 Arbeitsplätze auf Limux zu migrieren. Das Limux-Projekt war 2003 gestartet und um 2006 ins Stocken geraten, als die IT-Leitung zahlreiche Probleme einräumen musste, vor allem rund um MS-Office-Makros und -Formatvorlagen sowie Fachprogramme die nicht auf Microsofts Active-X-Integration verzichten konnten.

( Markus Feilner)