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Erste Ausblicke

Was kommt mit Ubuntu 10.10?

17.05.2010

Chrome statt Firefox, Btrfs statt Ext 4, vom Doppel- zum Einzelklick: Für Ubuntu 10.10 stehen einige Änderungen auf dem Plan. Wir zeigen, was die Entwickler momentan überlegen.

Nach dem Ende des Ubuntu Developer Summit, der in der letzten Woche in Brüssel stattfand, kommen nach und nach weitere Pläne für die nächste Version der Distribution ans Licht. Die soll bekanntlich "Maverick Meerkat" heißen, bereits am 10.10.10 erscheinen und wieder ein experimentelles Ubuntu werden.

Das Datum ist ein Marketing Gag für Nerds (das Datum entspricht der binären Schreibweise der Zahl 42) und kann auch als Referenz an den eher experimentellen Charakter der Version betrachtet werden. Was die Pläne angeht: Diese sind nicht in Stein gemeißelt, das Ubuntu-Projekt setzt meist nur einen Teil der auf dem UDS beschlossenen Änderungen um.

Zu den derzeitigen Überlegungen gehört zum Beispiel, das Dateisystem Btrfs mit in die Standardauswahl von Ubuntu zu nehmen oder es sogar zum Standarddateisystem zu machen. Laut Scott James Remnant müssen dafür aber eine Reihe von Voraussetzungen stimmen. So darf der Status in der Kernel-Konfiguration nicht mehr als experimentell gelten und muss Grub 2 das Dateisystem unterstützen.

Im Ayatana-Projekt, das sich um das neue Look & Feel von Ubuntu kümmert, diskutiert man derweilen, Ubuntu 10.10 von einem Doppel- in ein Einzelklick-System zu verwandeln. Diese Option lässt sich in Nautilus bereits einstellen, zukünftig könnte sie der Standard werden. Im Gegensatz zu den verschobenen Fensterknöpfen kommt die Idee in der Community offenbar recht gut an.

F-Spot findet bei den Anwendern in der Regel nicht allzu viel Zuspruch. Das liegt am Ressourcenverbrauch, aber auch an dem Import der Bilder in eine eigene Datenbank. Nun kommen zwei Alternativen in Betracht: Shotwell und Solang. Erstere ist eine in Vala geschriebene Software, die allerdings auch eine Datenbank mitbringt. Sie funktioniert so ähnlich wie F-Spot, ist aber schlanker und schneller und beherrscht den Export von Bildern in soziale Netzwerke. Shotwell könnte F-Spot also ablösen. Ohne lästige Datenbank kommt indes Solang daher. Hier besteht ein Defizit darin, dass die Software Bilder nicht zuschneiden und in der Größe verändern kann. Da Gimp nicht mehr an Bord ist, muss der eingesetzte Bildbetrachter diese Schritte auf jeden Fall beherrschen.

Chrome statt Firefox: Zumindest Ubuntus Netbook-Edition soll zukünftig vermutlich mit Chrome als Standardbrowser ins Rennen gehen. Chrome ist schlanker, schneller und macht sich daher besser auf Rechnern mit wenig Kapazitäten. Allerdings hat das Projekt Firefox nicht aufgegeben, sondern will abwarten, wie sich die angekündigte Version 4 entwickelt.

( Kristian Kißling)